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Luftschlossfabrik Flensburg : Ein Piratennest am Ende des Harniskais

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neues gastronomisches Angebot auf Flensburgs bekanntester Stadtbrache

shz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 06:11 Uhr

Die Räumung der Harniskaispitze ist mittlerweile eineinhalb Jahre her. Knapp 18 Monate später gibt es endlich die so lang ersehnte Zwischennutzung: Vor wenigen Tagen hat der Flensburger Gastronom Harald Dittmer das „Piratennest“ eröffnet – die abgelegenste, skurrilste und wohl auch kuscheligste Open-Air-Kneipe der Stadt.

Dittmer hat sich ein asphaltiertes Teilstück der bekanntesten Stadtbrache Flensburgs ausgesucht. „Wir brauchen eine versiegelte Fläche, damit wir Essen zubereiten dürfen“, erklärt Chefpirat Dittmer. Das Nest besteht aus einer festen Hütte für die gastronomische Hardware, einen überdachten Stehbereich mit Barhockern davor und einen nicht überdachten, rustikalen Sitzbereich. Von hier hat man tolle Blicke auf Hafen und Förde: Den FSG-Neubau gegenüber kann man fast anfassen, die vorbeirauschenden Segler sind so nah dran, dass sie den stilisierten Piraten auf Dittmers Hemd fast erkennen können. Die Wildpflanzen, die sich nach der Räumung unbehelligt vom TBZ breit machen konnten, lassen sich aus nächster Nähe studieren.

Dittmer hat viel Aufwand betrieben, um diese ganz besondere Hafenkneipe eröffnen zu können. „Wir mussten 80 Meter Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom verlegen.“ Das habe man mit Bordmitteln erledigt. Vorläufig kann er nur bis 2018 planen, die Konzession könne dann Jahr für Jahr verlängert werden, bis die Stadt andere Pläne für die Harniskaispitze hat. Deshalb muss er den finanziellen Aufwand auch im Rahmen halten und begrenzen. Den Bau einer professionellen Bühne für Live-Musik musste er daher zurückstellen; stattdessen wolle er kleine Hutkonzerte ohne große Anlage anbieten.

„Wir wollen die Menschen für dieses Gelände interessieren“, sagt er, „das kennen viele Flensburger doch gar nicht.“ Er würde gern auch bei einer späteren Bebauung einen Teil der Fläche in ihrem jetzigen Zustand mit ihrem rauen maritimen Charme erhalten. „Manche Gäste sind erstaunt, wie schön es hier ist.“

Zunächst sei das Piratennest ein Ein-Mann-Betrieb; man müsse abwarten, wie sich das neue Angebot entwickele. Trotz der Überdachung ist der Betrieb am Ende des Harniskais stark wetterabhängig. Die Kernöffnungszeiten sind 16 bis 22 Uhr, am Wochenende 13 bis 22 Uhr. Einen besonderen Standortvorteil hat er jedoch: Sollte an lauen Sommerabenden der Bär los sein, könne er so lange öffnen wie er wolle. Anwohner, die sich gestört fühlen könnten, gibt es hier nicht.

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