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Curamedica : Ein Pflegedienst extra für Migranten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CuraMedica unterstützt Menschen aus Osteuropa in verschiedenen Lebenslagen. Besonders daran ist, dass die meisten Mitarbeiter selbst einen Migrationshintergrund haben, der den Patienten zugute kommt.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Flensburg | Den Blutdruck messen, einen Verband wechseln oder ein Medikament verabreichen: Mit diesen Aufgaben haben es die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes CuraMedica täglich zu tun. Das hört sich im ersten Moment nicht außergewöhnlich an. Doch es steckt mehr dahinter: Die Mitarbeiter kümmern sich zum größten Teil um Migranten aus Osteuropa. Sieben der neun Pfleger haben selbst einen Migrationshintergrund und können sich deshalb sehr gut in die Lage der Patienten hineinversetzen. Wie Geschäftsführer Igor Vaxer.

Anfang November hat er die Firma CuraMedica gegründet, weil der „Bedarf für eine solche Pflege da ist“. Er selbst arbeitet schon lange im Pflegedienst und hat sich nun auf die Betreuung von russischen und türkischen Migranten spezialisiert. Damit wolle er Menschen helfen, die die Pflege aus ihrem eigenen Land nicht kennen und Hilfe in verschiedenen Lebenslagen brauchen – etwa bei Arzt- oder Ämterbesuchen. „Die Migranten wissen oft nicht, was ihnen zusteht“, sagt Vaxer. Häufig kommen auch sprachliche und kulturelle Schwierigkeiten hinzu. Um dies zu vereinfachen, würden die Patienten von Landsleuten betreut. „Diese haben einen näheren Bezug zu den Menschen“, erklärt er. Vor allem in kultureller Hinsicht sei dies wichtig. Pflegedienstleiter Frank Brodersen fügt hinzu, dass man auch Deutsche mit Russisch- oder Türkisch-Kenntnissen einstellen könne. Diese wären zwar nützlich für die Verständigung, aber sie seien nicht so gut mit den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes vertraut.

Brodersen ist einer der beiden Deutschen, die zum Team von CuraMedica gehören. Er hebt vor allem das Vertrauen hervor, das die Patienten ihren Pflegern entgegenbringen. Jemandem aus der gleichen Kultur würde man eher vertrauen als einem „Fremden“. Brodersen, der kein Russisch spricht, hilft den Menschen, indem er neben den üblichen Pflegeaufgaben auch stets ein offenes Ohr hat. Und er unterstützt auch da, wo er eigentlich nicht helfen muss. Zum Beispiel, wenn der Fernseher nicht funktioniert oder ein Rezept vom Arzt geholt werden muss. Brodersen freut sich besonders, wenn sich seine Patienten dann bei ihm bedanken und er merkt, dass sie ihm vertrauen. „Das ist viel wert“, sagt er. Auch die anderen Mitarbeiter nehmen sich viel Zeit für die Migranten und bleiben so lange bei ihnen, wie es nötig ist.

Brodersen wird von vielen Menschen wie ein Familienmitglied behandelt – was Vaxer zufolge typisch für die russische Kultur ist. Das liegt nicht minder daran, dass jeder Patient denselben Pfleger hat. Auch für die Mitarbeiter ist dies eine Erleichterung. „Man kennt die Geschichte und die Probleme der Menschen“, sagt Brodersen.

Nach vier Monaten wird das Angebot der CuraMedica gut angenommen. Am Anfang seien einige Menschen etwas skeptisch gewesen und konnten nicht glauben, dass die Pflege für sie kostenlos ist. „Sie haben immer einen Haken an der Sache vermutet“, erinnert sich Vaxer. Aufmerksam auf den Pflegedienst werden die Patienten hauptsächlich durch Mundpropaganda und Flyer. Vaxer betont, dass auch deutsche Betroffene den Dienst in Anspruch nehmen können. „Wir schließen keine Deutschen aus“, stellt er klar. Wer sich für das Angebot interessiert, kann sich bei CuraMedica unter der Tel. 0461-80729987 oder 0461/80729988 informieren.

 

 

 

 

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