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Landtagswahl 2017 in Flensburg : Ein parteiloser Mürwiker – der etwas andere Kandidat

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum fünften Mal nimmt der Flensburger Hans-Peter Farysej sein passives Wahlrecht wahr.

shz.de von
erstellt am 01.Mai.2017 | 10:00 Uhr

Flensburg | Er hat keine Chance, aber er nutzt sie: Bereits zum fünften Mal tritt der Flensburger Hans-Peter Farysej ohne jede Unterstützung einer Partei oder politischen Organisation als Parlamentskandidat für Flensburg an. 164 Stimmen sind das übersichtliche Ergebnis von vier Wahlkämpfen mit Linienbus und Aktentasche. Bei der Landtagswahl 2009 erreichte der 57-jährige Mürwiker 55 Stimmen, drei Jahre später waren es bereits 99 Stimmen – immerhin 0,3 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Bei Kommunalwahlen ist der Farysej-Trend zuletzt allerdings ungünstiger gewesen: Von den 6 Stimmen bei der Wahl 2008 verlor Farysej 2013 ein glattes Drittel. Vier Wähler machten bei ihm das Kreuzchen.

Während die etablierten Parteistrategen derzeit hoffen, dass möglichst viele Bürger ihr aktives Wahlrecht ausüben und eben zur Wahl gehen, übt der im Auftritt gewöhnungsbedürftige Mann vom Marrensdamm seit fast einem Jahrzehnt mit seinem passiven Wahlrecht als Parteiloser etwas sehr Modernes aus. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass er sich auch ohne Einladung auf ein Kandidatenpodium vorkämpft.

Dann berichtet der Ver- und Entsorgungsfachmann der Fachrichtung Abwasser, dass er gegen eine Erhöhung des Renteneinstiegsalters ist, weil sie eine höhere Jugendarbeitslosigkeit erzeuge. Oder dass er für die 30-Stunden-Woche bei vollen Lohnausgleich plädiert: „Weil bei zunehmender Automatisierung der Arbeitskräftebedarf sinkt.“ Schließlich verlangt er 1200 Euro Mindestnettolohn – „wie in Frankreich“. Finanzieren möchte er das über eine Begrenzung der Managergehälter.

Überhaupt geht es auf Wahltafel 14 EB (steht für Einzelbewerber) ausgesprochen munter und textlastig zu. Unter seinem Konterfei in Schwarzweiß findet sich neben seinem Wahlprogramm auch eine Abmahnung der seit Jahren engagierten Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager. Deren Logo hatte Farysej offenbar ungefragt im Schwarzweißwahlkampf genutzt. Ab 8. Mai hat der Mürwiker zunächst Pause. Bei Bundestagswahlen hat Farysej bislang noch nicht kandidiert.

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