St. Johannis : Ein Parkplatz-Paradies wider Willen

Johannisstraßen-Anwohner und Vereinsvorsitzender:  Jürgen Helm vor einer Reihe illegal parkender Pkw am Margarethenhof. Foto: Michael Staudt
Johannisstraßen-Anwohner und Vereinsvorsitzender: Jürgen Helm vor einer Reihe illegal parkender Pkw am Margarethenhof. Foto: Michael Staudt

Erweiterter Parkraum für die Innenstadt oder historisches Quartier? Der Verein östliche Altstadt in Flensburg macht gegen die tägliche Blechlawine St. Johannis mobil.

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25. April 2012, 09:39 Uhr

Flensburg | Verkommt das Johannisviertel zu einem wilden Parkplatz für die gesamte Innenstadt? Diese Befürchtung hat zunehmend der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt - vor allem, seitdem die Stadtverwaltung für die Straßenzüge auf der Höhe von Jürgensby das Anwohnerparken auf fest gekennzeichneten Flächen einführen möchte: "Das wird den Parkdruck unten im Johannisviertel nur erhöhen", so die Befürchtung des Vereinsvorstandes um den neuen Vorsitzenden Jürgen Helm, Stellvertreter Knut Franck und Beisitzer Helmut Trost. "Das Kernproblem ist, dass der Stadtteil St. Johannis bestimmte Funktionen hat, die mit dem städtebaulichen Wert des Viertels verbunden sind", sagt Trost.
Eigentlich müssten sich Planer, Verwaltung und Politik mit der Frage beschäftigen, was das Johannisviertel sein soll: Erweiterter Parkraum für die Innenstadt oder historisches Quartier: "Die Verwaltung ist sich des historischen Charakters des Viertels nicht bewusst", klagt Trost. Weil Stadtverwaltung und Kaufmannschaft es nicht schafften, eine funktionierende Parkraumbewirtschaftung für die City zu organisieren, bleibe das Quartier im Visier von Berufspendlern und Einkäufern als günstige Parkalternative - und zwar weit über die beiden ausgewiesenen Bezahlparkplätze an der Wilhelmstraße und Karlstraße hinaus.
Mit dem Parkproblem aus der Sanierung entlassen
Eigentlich, findet der 70 Mitglieder starke Verein, hätte man das Problem gemeinsam mit der Sanierung der östlichen Altstadt lösen sollen - doch die Stadt hat das Viertel 2010 nach 20 Jahren aus der Sanierung entlassen.
Mehr als 200 motorisierte Anwohner rangeln demnach um gut 130 Parkplätze im Viertel. Vereinsvorsitzender Jürgen Helm fordert deshalb, dass kostenlose Parkplätze durch Bewohnerparkplätze ersetzt werden sollten: "Das Johannisviertel soll ein Bewohnerviertel sein." Deshalb soll die Stadt auch die Parksituation kontrollieren, nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Nach 18 Uhr verschärfe sich die Parksituation durch unrechtmäßig abgestellte Wagen besonders.
Es war am 14. März, als der Altstadtverein und seine Mitglieder bei einem Treffen der Stadtteilforen mit Oberbürgermeister Simon Faber Hoffnung schöpften. Nachdem OB, Foren und die Politik sich darauf verständigt hatten, anstelle von neu zu gründenden Ortsbeiräten künftig die Stadtteilvereine und Foren einzubinden - und vorab zu informieren, wenn es um Planungen im eigenen Viertel gehe. Wenige Tage später erreichte den Verein die Vorlage für den Planungsausschuss über das Anwohnerparken auf Jürgensby. Der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt war nicht informiert worden. Und: Die Vorlage zierte das Datum der Besprechung des OB mit den Foren - 14. März.

Die Stadtteil-Foren
Diese Stadtteilforen und Vereine sind unterschiedlich stark aktiv:
Forum Mürwik: www.forum-muerwik.de
Rude-Forum: Interessengemeinschaft der Südstadt: http://rude-forum-flensburg.aktiv-forum.com/
Verein Flensburger Norden: www.flensburgernorden.de
Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt St. Jürgen / St. Johannis e.V.
www.altstadt-flensburg.de
Forum Sandberg/Jürgensby
Verein für naturnahes Spielen in Tarup und Umgebung e. V.
Bürgerforum Engelsby
Verein Jugendtreff Weiche
Forum Westliche Höhe

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