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Neubau-Auftrag für FSG : Ein Öko-Schiff für Australien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft baut RoRo-Fähre mit Flüssiggas-Antrieb für SeaRoad-Reederei in Melbourne für die Tasmanische See.

Die Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) nimmt nach der Auftragsflaute des vergangenen Jahres weiter an Fahrt auf. FSG-Sprecherin Frauken Maier bestätigte gestern offiziell den Eingang des nächsten Auftrages: den Bau eines innovativen RoRo-Schiffs für die australische SeaRoad-Reederei. Die Ingenieursabteilung der FSG, die sich zunehmend auf dem Markt der Spezialschiffe etabliert, wird auch beim Bau dieses konventionellen Schiffes gefordert sein: die RoRo-Frachter werden mit einem umweltfreundlichen Flüssiggas-Antrieb ausgerüstet werden.

Bereits im Januar hatte FSG-Geschäftsführer Peter Sierk die langjährige Kontakte zu SeaRoad mit Sitz in Melbourne erwähnt. Offenbar lief über fünf Jahre die gemeinsame Projektentwicklung eines umweltfreundlichen Greenship, das die Australier im Liniendienst zwischen Melbourne und Devonport (Tasmanien) einsetzen wollen. Mit der Vertragsunterzeichnung geht dieses Projekt jetzt in die nächste Phase. Ab September nächsten Jahres wird an der Batteriestraße ein Schiff entstehen, das für die FSG neue Maßstäbe setzt und ein interessantes Referenzprojekt im Hinblick auf das Schwerölverbot auf der Ostsee ab 2015 zu werden verspricht. Die 181 Meter lange Fähre ist das erste von der FSG gebaute Schiff, das umweltfreundliches Flüssiggas statt Diesel oder Schweröl nutzt. Sierk: „Der Ausstoß von Stickoxiden wird um fast 100 Prozent, der von Kohlendioxid um rund 20 Prozent gesenkt. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Feinstaub geht gegen Null.“

Der Clou am Öko-Schiff ist eine FSG-Entwicklung. Statt fester Schiffstanks bekommt die Fähre mobile Tanks, die mit Straßentrailern an Bord gefahren und dort einfach mit einem patentierten Schließsystem verriegelt werden. Nach Angaben von Raimon Strunck, dem Projektverantwortlichen bei der FSG, reicht der auf drei Straßentrailern an Bord gebrachte Treibstoff für 600 Meilen Hin- und Rückfahrt – plus Reserve. In Melbourne wird im Zuge des ganz normalen Be-/Entladungsbetriebs einfach ein Batteriewechsel vorgenommen. „Im Prinzip lässt sich die Reichweite beliebig steigern – aber es geht dann natürlich zu Lasten der Ladekapazität.“

Für die Versorgung des tasmanischen Naturparadieses ist die SeaRoad-Linie von existenzieller Bedeutung“, sagt Werft-Chef Peter Sierk. „Für unseren Kunden war daher eine Bauwerft, die qualitativ hochwertige Schiffe für einen zuverlässigen Linienbetrieb liefert, von besonderer Bedeutung.“ Die Bass-Straße gilt als extrem schwieriges Revier mit tückischen Strömungsverhältnissen, in denen sich bei bestimmten Wetterlagen haushohe Wellen auftürmen können. Die Flensburger sind sicher, dass sich Schiffe „Made by Flensburger“ auch in der Tasmanischen See bewähren werden. Das könnte sich lohnen. Raimon Strunck: „Diese Fähre ist das erste Schiff im Rahmen eines Flottenerneuerungsprogramms. Da haben wir sicher Chancen. Aber auch auf der Ostsee wird es ab 2015 interessant. Im Hinblick auf das Schweröl-Verbot haben wir mit Sicherheit eine interessante Referenz am Markt.“

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erstellt am 28.Mai.2014 | 11:00 Uhr

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