Broschmann & Finke : Ein neues Theater für Flensburg

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19. März 2011, 07:24 Uhr

Flensburg | Die "Late Night Show" in "Schmidts Tivoli" gab in den 90ern den Anstoß: "Anfangs spielten wir um 22 Uhr. Das fanden die Flensburger etwas gewöhnungsbedürftig", erinnert sich Michael Wempner. Heute, 15 Jahre später, haben sich Broschmann & Finke in der Flensburger Kulturszene etabliert, und so war es ein logischer Schritt, Nägel mit Köpfen zu machen und ein Theater zu gründen. "Wir haben uns beim Finanzamt als GbR angemeldet. Auch mit dem Kultusministerium haben wir Kontakt."

Vorerst bleibt die Broschmann & Finke Co. allerdings ein Theater ohne Spielstätte. Derzeit wird überwiegend im Bürgerhaus Harrislee gespielt, wo sich Michael Wempner, Dirk Magnussen und der Rest der Truppe gut aufgehoben fühlen. Dort feiert auch am 8. April der neue Zusammenschnitt "Das Beste" anlässlich des 15-jährigen Bestehens von "BroFi" Premiere; die Vorstellung ist bereits ausverkauft, ab Dienstag gibt es bei Rüffer (Holm) und bei Hilary (Markplatz Harrislee) Karten für die zweite Vorstellung am 10. April.

Doch mittelfristig strebt die Companie eine eigene Spielstätte mit rund 200 Plätzen an. Kurzfristig suchen Wempner & Magnussen einen größeren Probenraum, weil der jetzige nicht mehr ausreicht. Die Kabarett-Comedy-Truppe "BroFi" findet in Wempners Werkstatt auf St. Jürgen zwar Platz, aber für das Kinderstück wird es schon eng. Und nach "Männerhort", das bereits an die 4000 Zuschauer gesehen haben, soll ein neues Stück kommen, für das Wempner sich bereits die Rechte gesichert hat und das als "Songdrama" durchgehen könnte. Titel? "Verraten wir vorerst nicht."

"BroFi" ist eine Erfolgsgeschichte. 1996 ging es beim NDR-Comedy-Festival los, damals nur mit Frau Broschmann und Frau Finke als schludernde Nordlichter. Der damalige Leiter der Niederdeutschen Bühne, Chris toff Bleidt, erkannte das Potenzial des Duos und installierte eine Late-Night-Show bei der NDB. 2003 kam Holger Obbelode als Musiker hinzu. Über 70 Sketche wurden für insgesamt fünf Shows geschrieben, insgesamt gab es wohl um die 280 Auftritte mit zusammen 20 000 Zuschauern. Von der reinen Comedy entwickelte sich das BroFi-Programm immer mehr in Richtung Kabarett, heute ist es eine musikalisch-kabarettistische Revue. "Wir haben unseren eigenen Stil gefunden", sagt Dirk Magnussen.

Auslöser der Theatergründung war vor etwa einem Jahr ein Konflikt zwischen BroFi und der Niederdeutschen Bühne, die nicht bereit war, "Männerhort" in das NDB-Programm aufzunehmen. Und so kommt es, dass Michael Wempner die von ihm geschriebene Komödie "Champagner ton Fröhstück", die derzeit erfolgreich an vielen etablierten niederdeutschen Theatern in Norddeutschland läuft, nicht in Flensburg, sondern in Itzehoe selbst inszeniert.

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