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Flensburger Norden : Ein neues Depot für Aktiv-Bus?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

ÖPNV-Pläne für 2017: Bei einer zunehmenden Elektrifizierung der Flotte könnte der Standort Apenrader Straße an seine Grenzen stoßen

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2016 | 06:35 Uhr

Wenn auf den Flensburger Bus-Linien irgendwann in den nächsten Jahren nur noch Elektro-Busse fahren, sind die Tage des Bus-Depots an der Apenrader Straße wohl gezählt. Schon heute ist es dort sehr eng – schon allein, weil über die Jahre immer mehr lange Gelenkbusse den traditionellen Solo-Bus abgelöst haben. Ein neuer Standort mit mehr Platz und moderneren Hallen müsste aus Sicht von Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax da sein, wo viel Strom ist – also bei den Stadtwerken.

Am 2. Januar testet Aktiv-Bus erneut einen Elektro-Bus, also ein Fahrzeug, das nur mit Strom fährt. Der Anfang 2016 getestete Sileo sei für Umläufe von 220 Kilometern und damit für die meisten Linien in Flensburg geeignet, sagte Hemkentokrax auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Was fehle, sei die Zuverlässigkeit eines Diesels – oder eines Hybrids. Erst kürzlich hat Aktiv-Bus drei weitere Hybrid-Busse in Betrieb genommen (wir berichteten). „Wir bekommen viel Zuspruch aus der Bevölkerung“, so Hemkentokrax, „vor allem wegen des leisen Anfahrens aus den Haltestellen.“

Vor den Politikern des Planungsausschusses erläuterte Flensburgs Bus-Chef, wie er die Qualität des ÖPNV im kommenden Jahr weiter verbessern will. Stichwort Fahrplan-Sicherheit: Nicht immer schaffen es die Fahrer, die Fahrpläne einzuhalten. So sei es zu Stoßzeiten auf den Linien zu den Hochschulen schwierig. Hemkentokrax erinnert daran, dass in seiner „Amtszeit“ die Zahl der Fahrgäste von elf auf 15 Millionen pro Jahr gestiegen sei. „Das wirkt sich letztlich auf die Fahrzeiten aus.“

Ein anderes Thema ist der „Vertrieb auf den Fahrzeugen“. Wenn der Busfahrer nicht nur Einzelfahrscheine für 2,20 Euro, sondern auch Monatskarten verkaufen muss, kann das den Betrieb aufhalten. Man denke intensiv über Alternativen nach und gehe davon aus, dass die Ticketdrucker für den Bus nur noch einmal erneuert werden, bis eine neue Lösung ohne Bargeld und Ticket kommt. „Wir schauen da vor allem zum HVV nach Hamburg.“

„Tarup steht ganz oben auf der Agenda“, verspricht Hemkentokrax für das kommende Jahr. Die Anbindung der neuen und noch entstehenden Wohnquartiere im Südosten Flensburgs sind eine Herausforderung für das ÖPNV-Unternehmen. Denn dieser Teil der Stadt ist absolutes Neuland für Aktiv-Bus; Tarup wird traditionell von der Autokraft bedient, teilweise im Zuge von Überland-Routen.

Naheliegend wäre eine Erweiterung der Ring-Linie 5, die bisher in Sünderup nach Norden abbiegt. Doch das sei nicht die Lösung, die ihm vorschwebe, so Hemkentokrax. Besser sei die Verlängerung der Linie 1. Das Problem sei die Finanzierung. Man benötige vermutlich ein zusätzliches Fahrzeug und zusätzliche Fahrer. Die Kosten hierfür schätzt er auf 200  000 Euro pro Jahr. Davon müssten ein Drittel von Stadt und/oder Land kommen. Die Planung für die neue Tarup-Linie sollte bis Dezember 2017 stehen, der Start sei nicht unbedingt an den Fahrplanwechsel gebunden.

Keine Probleme gebe es bislang mit dem neuen Verlauf der Linie 10 im Bereich Nordstraße/Kauslund. Die umgeht durch den neuen Verlauf die zu Stoßzeiten schwierige Kreuzung Schottweg/Wasserlooser Weg/Famila, wo das Linksabbiegen zu bestimmten Zeiten Zeit raubend ist.

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