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Flensburger Tageblatt

18. November 2017 | 09:30 Uhr

Mohrkirch : Ein neuer Brunnen für Angeln

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Wasserverband Mittelangeln investiert in eine sichere Wasserversorgung.

Mohrkirch | Verbandsvorsteher Hans Nikolaus Vogt hat täglich die kleine Baustelle im Blick, wenn er sein Büro am Wasserwerk in Mohrkirch-Spenting aufsucht. „Das ist derzeit unsere wichtigste Baustelle, denn sie stellt auf lange Sicht die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser für Angeln sicher.“ 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser werden jährlich in Spenting aus drei Brunnen gefördert und über 300 Kilometer Hausleitungen an 5100 Haushalte geliefert. Fällt ein Brunnen aus, steht ein Notfallbrunnen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr musste ein Brunnen, der seit 1972 Wasser geliefert hatte, stillgelegt und eine Neu-Bohrung eingeleitet werden.

Fachlicher Berater des Wasserverbands (WBV) Mittelangeln ist Geologe Christian Liebau von der Firma Geo System aus Kiel. Da er sich seit Jahren mit den geologischen Gegebenheiten in Angeln beschäftigt, war für ihn schnell klar, wo eine Probebohrung Aussicht auf Erfolg hat. Direkt auf der Kuppe gegenüber des Wasserwerks wurde die Bohrung 130 Meter tief ins Erdreich getrieben. „Hier liegt zwischen 94 und 130 Metern Tiefe ein Grundwasserleiter mit sehr viel Wasser, der in der Ostsee ausläuft“, so der Geologe.

In diesem Zusammenhang räumt Christian Liebau mit der Mär auf, dass durch Spenting ein Gletscherwasser-Ausläufer aus Norwegen verläuft. Es handelt sich ausschließlich um Oberflächenwasser, das über die Jahrhunderte in die tiefen Schichten eindringt und bei seinem langen Weg durch die geologischen Erdschichten gereinigt wird. „Unser Wasser ist einige Hunderttausend Jahre alt“, macht Liebau deutlich und unterstreicht sehr zur Freude von Verbandsvorsteher Vogt die herausragende Wasserqualität, die hier vorhanden ist und gefördert wird. Es sind keine Zusätze notwendig zur Wasserreinigung, lediglich Eisen und Mangan werden herausgefiltert. Trotz der hohen Fördermenge bleibt der Grundwasserspiegel konstant. 13 Grundwasser-Messstellen in der Region zeigen den Wasserspiegel an.

Der Wasserbeschaffungsverband Mittelangeln muss für die Sicherheit der Wasserversorgung ordentlich in seine Rücklagen greifen. 462  000 Euro wird die Maßnahme kosten. „Gut angelegtes Geld“, unterstreicht Vogt.

Der erste Brunnen aus dem Jahr 1972 wurde geschlossen, weil der Holzfilter versottet ist. Die heutige Technik sei eine ganz andere, erläutert Axel Gehrke, Betriebsleiter der Firma Brunnenbau Ivers. Die Hauptbohrung wurde auf 84 Meter Tiefe getrieben, ein Stahlrohr eingesetzt und einzementiert. Bis auf eine Tiefe von 130 Meter wurde anschließend ein Loch gebohrt, das mit Filterkies verfüllt wurde. Hier sammelt sich das Trinkwasser und wird mittels einer Pumpe nach oben befördert. Bis zum Brarup-Markt, so Hans Nikolaus Vogt, sollen die Bauarbeiten beendet sein und mit einem kleinen Festakt das erste Wasser aus dem neuen Brunnen gefeiert werden.

Doch bis es soweit ist, stehen viele kleinteilige Maßnahmen an. Die wichtigste ist die Reinigung der Filterschicht und des Förderrohres. Erst wenn die entsprechenden Laborwerte stimmen, das Wasser Trinkwasserqualität hat, geht das kühle Nass in die Brunnen des Wasserwerkes in Spenting und dann in das Leitungsnetz.

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