Neubaugebiet Kauslund-Osterfeld : Ein Nest zwischen Stadt und Land

Ur-Kauslund-Osterfelder: Jörg, Vivien, Annabell und Boy Siggelkow zählten zu den ersten, die 2003 im östlichen Stadtteil bauten. Foto: walther
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Ur-Kauslund-Osterfelder: Jörg, Vivien, Annabell und Boy Siggelkow zählten zu den ersten, die 2003 im östlichen Stadtteil bauten. Foto: walther

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03. September 2010, 06:21 Uhr

Flensburg | Eine Rehfamilie habe auch schon mal den reizvollen Garten besichtigt. Und die Hasen leben im eigenen Zimmer unterm glänzenden Dach an der Anna-Hansen-Straße. Die "Verschmelzung von ländlichem und städtischem Flair" empfindet Familienvater Jörg Siggelkow in Kauslund-Osterfeld als ideal. Genau danach haben der 42-jährige Flensburger und seine Frau Annabell (38) damals gesucht, als sie ein Nest bauen wollten. Im Sommer 2003 war das. Damit dürfen sich die Siggelkows durchaus als "Urväter" bezeichnen - mit dem sechsten oder siebten Haus während des ersten Bauabschnitts im östlichen Neubaugebiet.

Jarplund-Weding habe die vierköpfige Familie ebenfalls erwogen, erinnert sich Jörg Siggelkow. "Lass uns die Campinghocker nehmen", habe er seiner Frau vorgeschlagen, sich mitten ins Feld gesetzt, doch räumten sie dieses nach einer Minute schon wieder. Anders habe damals hingegen die "Steppe und Einöde von Kauslund-Osterfeld" auf sie gewirkt. Hier wollten sie "sofort heimisch werden", sagt Jörg Siggelkow. Um die 900 Quadratmeter misst das Eckgrundstück, weiß er, ist umkränzt von saftigem, kurzen Rasen, so als hätten sich die Hasen höchstpersönlich jedes Halms angenommen. Barfuß läuft es sich darauf wie auf einem Flokati, lobt Siggelkow sein Werk, während seine Frau Annabell sich mit Geschick um Gräser und Blumen kümmert.

Wohlgefühl und Weiträumigkeit, nennt er als positive Koordinaten im Gebiet, lobt die "Gestaltung", die "Bewegung". Die Familie habe stets viel Zeit, am liebsten von Sommer bis Herbst, auf dem Land in Westerholz verbracht und suche daher immer die Nähe zur Natur. Die finden die vier direkt vor der Haustür. Der Blick über das Gewässer, das als Regenrückhaltebecken angelegt worden war, sei ein Traum, sommers wie winters. Für sportliche Leute, wie die beiden Erwachsenen es sind, biete der Wald hervorragende Laufstrecken. Außerdem unternehmen die Siggelkows viele Radtouren, mal nach Wees; mal packen sie Leckereien ein und lassen sich "mit Picknickdecke" unweit des Hauses im Freien nieder. Frösche gucken und den Wald entdecken, sind weitere Familienaktivitäten, die wenig Aufwand erfordern und glücklich machen. Und das eine oder andere Baumhaus geht auch schon auf die Schaffenskraft der Sprösslinge Vivien Larissa und Boy Kendrick zurück. Nur für den Arbeitsweg in die Stadt - Annabell Siggelkow arbeitet im Hotel- und Restaurantfach, ihr Mann ist Einkäufer bei den Stadtwerken - werfen die Erwachsenen die Autos an.

"Die Kinder können hier unbeschwert aufwachsen", schwärmt Jörg Siggelkow. Die neunjährige Vivien bestätigt, mit ihren Worten, dass "man hier auf der Straße spielen kann". Und wie zum Beweis rollt ihr siebenjähriger Bruder mit Rollerblades aufs offene Grundstück vor.

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