Stadtwerke Flensburg : Ein Minister als Filigran-Techniker

Nachhilfe: Jan Holger Reddmann führt Bernd Buchholz (re.) in die Geheimnisse der Glasfasertechnik ein.
Nachhilfe: Jan Holger Reddmann führt Bernd Buchholz (re.) in die Geheimnisse der Glasfasertechnik ein.

Bernd Buchholz informierte sich über Glasfaserausbau in Flensburg

von
15. Mai 2018, 12:21 Uhr

Dem Minister stand der Schweiß auf der Stirn. Eine ruhige Hand, viel Geduld und ein gutes Auge waren gestern gefragt, als der Wirtschaftsminister bei den Stadtwerken Zukunftstechnologie hautnah erleben durfte. Er war gefordert, hauchdünne, kaum sichtbare Glasfasern zu spleißen – also vom Mantel („Coating“) zu befreien, zu säubern und mittels eines Schweißgeräts zu verbinden.

Nach mehreren Anläufen gelang es dem vom Stadtwerke-Experten Jan Holger Reddmann unterstützten Politiker, dem diese filigrane Arbeit sichtlich Respekt abrang. „Das ist echte Handarbeit“, stellte er fest, „die unter ganz anderen Bedingungen für jeden Hausanschluss auf der Baustelle bewältigt werden muss als hier.“ Geschäftsführer Maik Render und Ulla Meixner, Leiterin Telekommunikation, überreichten ihm eine Urkunde zur erfolgreich abgeschlossenen Spleiß-Prüfung. „Herr Dr. Buchholz hat mit politischem Feingefühl, Gestaltungswillen, und – wo erforderlich – mit ruhiger Hand einen herausragenden Dämpfungswert von 0,00 dB erreicht.“

Der Minister zeigte sich angetan von dem Vorhaben des Flensburger Unternehmens, die ganze Stadt flächendeckend und konsequent mit Glasfaser zu versorgen. Dafür nimmt es die respektable Summe von 110 Millionen Euro in die Hand. „Das ist ein Wort!“, würdigte Buchholz, „aber ganz bestimmt kein fehlinvestierter Wert.“ Sieben von 32 Ausbaugebieten, so Ulla Meixner, seien bereits fertig beziehungsweise in Bearbeitung. Stadtteil für Stadtteil wird erschlossen. Mehr als 1000 Kilometer Glasfaser-Leitung sind verlegt. Daten können so fast mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden: E-Learning, altersgerechte Assistenzsysteme, E-Government, hochauflösendes Fernsehen oder Streaming-Dienste.

„Ich habe viel gelernt heute“, sagte Bernd Buchholz abschließend. Gelernt habe er auch schon im Physikunterricht: „Schneller als Licht geht nicht.“ Dennoch beschäftige ihn die Frage: „Kommt da noch was?“ Doch zunächst gelte es, den nächsten Digitalisierungsschritt für das ganze Bundesland zu machen. Bis 2025 soll das geschehen. Wenn der Minister selbst Hand anlegen würde, „wäre der Ausbau allerdings nicht zu realisieren“, merkte Buchholz mit einem Lächeln selbstkritisch an.






zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen