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Mensch des Jahres 2014 : Ein Leben für den Tierschutz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Willy Sandvoß (63) ist Vorsitzender des Tierschutzvereins Flensburgs – 30 Jahre lang leitete er das Tierheim an der Westerallee.

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erstellt am 30.Okt.2014 | 15:27 Uhr

Es sind vier von vielen „Helden des Alltags“ im allerbesten Wortsinne. Jahr für Jahr engagieren sich Bürger aus Flensburg und der Region ehrenamtlich für unser Gemeinwesen. Und gäbe es nicht Initiativen wie diese, das Engagement bliebe verborgen und vielfach ungewürdigt. Seit 2002 zeichnet der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag das herausragende Engagement besonders aktiver und mutiger Menschen aus unserem Land aus. Wer 2014 „Mensch des Jahres“ wird, entscheiden die Leser unserer Zeitung.

 

Er hatte schon immer eine Affinität zu Tieren. Bereits als Kind zog es Willy Sandvoß zu den Bauernhöfen rund um sein Heimatdorf Ahlfeld. „Ich trieb mich gern bei den Landwirten herum“, erinnert sich der heute 63-Jährige. Dort fühlte er sich inspiriert. „Es waren ja überwiegend kleinere Höfe, Massentierhaltung war ein Fremdwort bei uns auf dem Land.“ Seine Eltern nannten zwei Pferde, Schweine, Enten und Hühner ihr eigen. „Die habe ich natürlich mit versorgt.“ Mit einer Geste des Bedauerns sagt Sandvoß, dass der Umgang mit Tieren, nicht nur seiner Erfahrung nach, früher wesentlich artgerechter war als heute. Der erste Vorsitzende des Flensburger Tierschutzvereins weiß, wovon er spricht. Er leitete neben diesem Amt 30 Jahre lang das Tierheim an der Westerallee.

Zurück zu den Anfängen: Es war eine logische Konsequenz, dass Willy Sandvoß im Alter von 16 eine dreijährige Lehre als Tierwirt begann. Später diente er acht Jahre bei der Marine – so kam er nach Flensburg. Der Überredungskunst des langjährigen, 2002 verstorbenen Tierschutzvorsitzenden Paul Schulz, seinem Ziehvater, ist es zu verdanken, dass er im April 1983 die Leitung des Flensburger Tierheims übernahm. Neben ihm waren seinerzeit zwei Auszubildende und eine Tierpflegerin beschäftigt.

Dann begann der Aufstieg. Die Einrichtung hatte unter sehr beengten Verhältnissen zu leiden, sie war zudem verschuldet. „Zusammen mit dem Vorstand haben wird alles neu aufgebaut“, sagt Sandvoß. Zunächst waren dafür nur wenig Mittel vorhanden, doch mit der allgemein wachsenden Beschäftigungslage wuchs auch das Spendenaufkommen kontinuierlich. Die Mitgliederzahl im Verein explodierte im Laufe der Zeit von 500 auf heute 1800. So konnte zunächst ein modernen Maßstäben entsprechendes Katzenhaus errichtet werden, später kam der Umbau des Hundehauses hinzu. Damit nicht genug. Unter der Regie des unermüdlichen „Machers“ („Einen richtigen Feierabend gab es für mich nicht“) entstand auf dem vereinseigenen Gelände ein Holzhaus, dass als Jugendinformationszentrum dient. Prunkstück war der Neubau eines Wirtschaftsgebäudes inklusive Büro. Sandvoß wurde zum Tierinspektor im Landesverband gewählt , wo er auch als Referent tätig ist.

Bei allen Erfolgen machten sich immer größere Probleme mit den Tieren bemerkbar. Fälle von Misshandlung und anderen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz nahmen zu. „Es gab Messies, bei denen wir alle vier bis fünf Jahre tätig werden mussten, um dort auszumisten.“ Menschen, die sich kaum selber versorgen konnten, ihre Tiere unter unwürdigen Bedingungen hielten und sie teilweise als angebliche Züchtungen verkauften. Oder aber verwahrloste, zurückgelassene Vierbeiner. Oder mir dem Parvo-Virus infizierte Hunde, die von Ungarn nach Dänemark geschmuggelt werden sollten. Oder wildernde Hunde, die eine Schafherde halbtot gebissen hatten.

Ein Job also, der mehr als einmal seine deprimierenden Seiten offenbarte – daran lässt Sandvoß, der im vergangenen Monat in den Ruhestand gegangen ist, keinen Zweifel. „Manchmal blutete mir das Herz.“ Doch es sei immer ein schönes Gefühl gewesen, wenn man die leidende Kreatur wieder habe aufpäppeln können.

Willy Sandvoß ist verheiratet und hat einen 35-jährigen Sohn. Der ist nicht in die Fußstapfen des Vaters getreten, er arbeitet bei der Flugplatz-Feuerwehr. Seine Familie wohnt in einem kleinen Häuschen in Hörup – ein typisches Pferdedorf. Wie sollte es auch anders sein . . .

 

Menschen des Jahres So können sie abstimmen:

Die Abstimmung läuft ab sofort  und endet am  2. November 2014, 0.00 Uhr.

Online abstimmen: www.shz.de/menschdesjahres

Sie können auch per Post an die Stadtredaktion Flensburger Tageblatt, „Mensch des Jahres“, Fördestraße 20, 24944 Flensburg abstimmen – oder Ihr Votum schriftlich  im Kundencenter Nikolaistraße 7 und Fördestraße 20 abgeben.

Telefonisch können Sie so abstimmen:

 Dr. Hans Carsten Jacobsen: 01375/ 80400486-01

 Lukas Scholz (16) und Joel Moysich: 01375/ 80400486-02

  Willy Sandvoß: 01375/ 80400486-03

(für 14 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk deutlich teurer)

Sie können auch eine SMS schicken mit dem Inhalt „shz ft“ und der Kandidatennummer (also zum Beispiel shz ft 01) an die Nummer 42020 (Kosten tarifabhängig, wie eine normale SMS).

 

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