Ein Landtags-Kandidat, der nicht zu erreichen ist

Man weiß nicht viel über Hans-Peter Farysej, aber seine Plakate hingen als erste im Stadtgebiet.
Man weiß nicht viel über Hans-Peter Farysej, aber seine Plakate hingen als erste im Stadtgebiet.

Wer ist Hans-Peter Farysej und was möchte er im Landtag erreichen? Ein parteiloser Bewerber gibt Rätsel auf

shz.de von
14. April 2012, 06:33 Uhr

Flensburg | Es ist nicht ganz einfach, mit dem Direktkandidaten Hans-Peter Farysej ins Gespräch zu kommen. Dabei stellt sich der parteilose Frührentner, Jahrgang 1959, nicht zum ersten Mal in Flensburg zur Wahl. Eine Telefonnummer allerdings ist nicht einmal im Wahlamt der Stadt bekannt. Auf Post vom Tageblatt reagiert der Kandidat seit zweieinhalb Wochen ebenfalls nicht - und in seiner Mürwiker Wohnung war er bislang von der Redaktion auch nicht anzutreffen.

Dabei ist Hans-Peter Farysej Ende März der Erste gewesen, der für den Wahlkampf plakatiert hatte. Dort gibt er immerhin einige politische Standpunkte preis: Zum Beispiel, dass er gegen Atomkraft ist. Und dass er die Bürgerinitiative unterstützt, die seit Jahren dagegen kämpft, dass Kohlendioxid in unserer Region unterirdisch verpresst wird.

Außerdem ist Hans-Peter Farysej gegen Genfood, gegen Aufrüstung und gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Auf der Pro-Seite seiner Forderungen steht die Einführung einer 30-Stunden-Woche und der Einsatz für ein neues, auf fünf Jahre begrenztes Patentrecht.

Und wer ist nun Hans-Peter Farysej? "Ich bin Bundesbürger, Christ, in der Friedensbewegung aktiv, parteilos, Facharbeiter Ver- und Entsorger der Fachrichtung Abwasser, zur Zeit erhalte ich Erwerbsminderungsrente mit Sozialhilfe", verrät er auf seinen Plakaten über sich.

Nicht viel für einen, der zum wiederholten Mal sein passives Wahlrecht ausübt - mit bescheidenen Aussichten: Bei der Landtagswahl im September 2009 gaben ihm gerade mal 55 Flensburger ihre Stimme. Gerundet ergab das 0,1 Prozent.

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