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Kitas in Flensburg : Ein Kurzfilm wirbt um Fachkräfte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Flensburg liebt Kita“ ist Teil der Werbekampagne, mit der seit der Kita-Offensive Erzieher und Heilpädagogen gewonnen werden sollen

Wer wird gesucht? Menschen mit Humor, Offenheit, Flexibilität und Toleranz zum Beispiel Eltern gegenüber. Was bietet Flensburg? Dass Eltern hier mehr loslassen können als in einer Großstadt, Kinder freier aufwachsen und im Sommer das Flair der Toskana. „Flensburg liebt Kita“ ist der Leitspruch des ungewöhnlichen Kurzfilms, der seit Montagnachmittag online und demnächst auch bundesweit auf Kinoleinwänden zu sehen sein soll.

Die Knirpse im Film basteln, buddeln, malen und matschen, klettern und kaspern, lachen am Strand, im Wald, in Bäumen und kuscheln mit einem Kita-Hund.

Sechs Stunden Filmmaterial haben die Filmemacher von Bewegtbild aus Flensburg zu viereinhalb Minuten eingedampft. Der Film ist Teil einer Werbekampagne und „ein Novum für die Stadtverwaltung“, die damit um Fachkräfte wirbt, sagt Wolfgang Sappert, Leiter des Fachbereichs Bildung.

Am 13. Oktober hat Flensburg und die Ratsversammlung mit der Kita-Offensive „eine mutige Entscheidung getroffen“, lobt Oberbürgermeisterin Simone Lange bei der Präsentation. Kindergärten sollen besser mit Personal ausgestattet werden, doch dass dieses nicht einfach so zu bekommen ist, hat die Beteiligten veranlasst, mit Hilfe der Plattform „Flensburg liebt Dich“ eine Kampagne zu starten.

Das Filmkonzept „passt in unsere Flensburg-Strategie hinein“, erklärt Hans-August Dethleffsen vom Vorstand des Vereins „Die schönste Förde der Welt e.V.“. Denn es ziele ebenfalls darauf, Fachkräfte nach Flensburg zu ziehen. Aber: „Nicht nur die“, sondern auch die Familien sollen kommen, sagt Dethleffsen. Er weiß, dass für die Attraktivität eines Lebensorts auch die Möglichkeit der Kinderbetreuung „ein wichtiger Baustein ist“. Es gebe schon Bewerbungen aus dem Raum Hamburg, sagt Wolfgang Sappert, der den Gesprächen mit Bewerbern entnimmt, dass die Bedingungen – wie ein besserer Betreuungsschlüssel – eine Rolle spielen. Insgesamt 19 Kita-Träger zählt die Stadt; die befinden sich „in einem Wettbewerb, aber in einem fairen“, sagt Sappert.

Einige der geschaffenen 120 Erzieher-Stellen seien inzwischen besetzt, sagt Ellen Kittel-Wegner, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Grob geschätzt, ergänzt Adelby-1-Geschäftsführer Heiko Frost, seien für Heilpädagogen noch 60 bis 80 Stellen offen. „Der Fachkräftemangel wird nicht allein durch diesen Film zu beheben sein“, aber er sei ein Instrument.

Ein Dutzend Kitas sind am Film beteiligt, in neun Kitas wurde gefilmt, berichtet Jacob Grünig von Bewegtbild, der die Produktion geleitet hat. Neben dem Hauptfilm sind fünf Themenfilme und zehn „snippets“, Schnipsel für Portale wie Facebook entstanden. Grünig beziffert die Produktionskosten auf 14  000 Euro. Nicht nur war schnell Einigung über das Konzept hergestellt innerhalb der Interessensgemeinschaft beim ersten Zusammentreffen sondern auch schnell über die Finanzierung, erinnert sich Heiko Frost.

„Gesicht zu zeigen“, dafür hat sich Michael Philippi vom Studentenwerk SH entschieden, das 45 Kinder in Flensburg betreut. Mit der Offensive geht für ihn eine „Aufwertung der pädagogischen Arbeit“ einher. „Den Kindern hat’s Spaß gemacht“, resümiert Philippi. Und: „Es ist so ein schöner Film geworden.“


Der Film ist zu sehen auf: www.youtube.com/watch?v=ktiYYngKBfk&feature=youtu.be; Stellenanzeigen stehen hier: www.flensburg.de/jobs-kita

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erstellt am 17.Mai.2017 | 07:16 Uhr

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