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Auszeichnung für Stadtwerke : Ein Job, den man nicht verlieren kann

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Die Flensburger Stadtwerke wurden bundesweit für „beispielhafte Personalarbeit“ ausgezeichnet – als einziger Betrieb aus Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2010 | 11:26 Uhr

Flensburg | Nach Queisser Pharma im Vorjahr macht schon wieder ein Flensburger Arbeitgeber mit beispielhafter Personalarbeit auf sich aufmerksam: Die Stadtwerke Flensburg sind von Alt-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und der Uni St. Gallen mit dem "Top-Job"-Gütesiegel ausgezeichnet worden - als einziges Unternehmen aus Schleswig-Holstein. Zugleich hat Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Wolfskeil gestern bei der Vorstellung der jüngsten Trophäe einen zweiten Rekord mitgeliefert. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte beschäftigen die Stadtwerke - einschließlich ihrer Tochterunternehmen wie Semeco oder IT-Power - eine vierstellige Zahl von Mitarbeitern. Mit aktuell 1020 Beschäftigten sind die Stadtwerke nach dem Niedergang von Motorola und Danfoss der größte Firmen-Arbeitgeber in der Stadt und der Region.

Im bundesweiten Top-Job-Vergleich glänzten die Flensburger zum Beispiel beim Thema Arbeitsplatzsicherheit, berichtete Wolfskeil: 100 Prozent steht dort - bis mindestens Juni 2012 läuft nämlich noch die Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen im Unternehmen ausschließt, und das bereits seit acht Jahren: "Die Interessen des Standortes gehen vor kurzfristiger Gewinnmaximierung", erklärte er. Und: Bei den Stadtwerken als rein kommunalem Unternehmen sei ein Verkauf definitiv ausgeschlossen.
Wolfskeil: "Wir sind keine Sozialbehörde"
Voraussetzung für all dies sei Wachstum, das zwischen 2008 und 2012 glatte 40 Prozent betragen soll. Zudem sei 2009 beschlossen worden, binnen fünf Jahren um netto 50 Arbeitsplätze zu wachsen. Und das Ganze soll bei einer marktüblichen Verzinsung für die Mutter Stadt gelingen. Wolfskeil: "Wir sind keine Sozialbehörde."

Für viele Arbeitnehmer paradiesisch wird sich auch anhören, was Aufsichtsratschef Peter Köhler von Versetzungen innerhalb des Betriebs durch Umstrukturierungen berichtet: "Wenn jemand seinen Arbeitsplatz verliert und in einen anderen Bereich wechselt, sind Einbußen ausgeschlossen." Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998/99 seien in der Branche 20 Prozent der Arbeitsplätze weggefallen. Die Stadtwerke Flensburg indes hätten einschließlich ihrer Töchter fast 400 Jobs aufgebaut.

Auch dieses Jahr sollen weitere zehn Stellen geschaffen werden, berichtete Personalchef Stefan Schlage. Um die Belastungen im Unternehmen durch den harten Wettbewerb im Energiemarkt besser zu bewältigen, ist an der Batteriestraße gerade ein neues Schichtmodell gestartet worden. Anstelle langer Schichtzyklen, die mit der Nachtschicht begannen (7 Tage Nacht-, 7 Tage Spät-, 7 Tage Frühschicht , danach frei) gibt es nun zwei- bis dreitägige Schichtrhythmen, die mit der Früh- über die Spät- zur Nachtschicht führen - also auch beim Schichtwechsel noch eine längere Ruhephase als früher ermöglichen. Dies sei nach neuesten arbeitsmedizinischen Erkenntnissen am günstigsten, erklärte Schlage.

Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf konnten die Flensburger in St. Gallen punkten. Im kaufmännischen Bereich etwa existieren alle denkbaren Arbeitszeitmodelle.

Aber auch da, wo noch Handlungsbedarf besteht, sei die Personalabteilung der Stadtwerke durch Top-Job schlauer geworden sagt Schlage. Zum Beispiel beim Feedback für Mitarbeiter müsse noch einiges verbessert werden - und bei der Motivierung der belasteten Belegschaft.

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