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FSJ in Flensburg : Ein Jahr Kultur in Schule und Museum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neun junge Menschen engagieren sich freiwillig für Flensburgs Kultur – während ihres freiwilligen sozialen Jahres

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 11:30 Uhr

Nach der Schule Studium, Berufsstart oder Auslandsjahr? Neun junge Leute im Alter von 16 bis 21 Jahren haben in Flensburg eine Alternative gefunden – ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Kultur. Am 1. September haben sie in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen ihren Freiwilligendienst aufgenommen. Betreut von der Landesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung engagieren sie sich für ein Jahr in der Comenius- oder der Ostseeschule, beim Offenen Kanal, dem Kinder-und Jugendbüro, dem Industriemuseum Kupfermühle, der Sydslesvigsk Forening sowie dem Museumsberg. Ihre Tätigkeiten reichen von Büroarbeit über Kinderbetreuung bis hin zu eigenen Projekten mit Kindern und Jugendlichen. „Ich möchte Erfahrungen sammeln und anderes Lernen“, begründet Anna Allaot, die jüngste der Freiwilligen, ihre Entscheidung. An der Comenius-Schule leitet sie unter anderem eine eigene AG für Kunst und Schmuck. Und Jana Matthiesen ist der Meinung, es bringe einen menschlich weiter, mit Kindern zu arbeiten.

Bemerkenswert findet Michael Fuhr, der Museumsdirektor des Museumsberges, „dass diese jungen Menschen ein freiwilliges kulturelles Jahr absolvieren, obwohl ihre Bezahlung mit 300 Euro im Monat für eine volle Stelle nur ein Taschengeld darstellt – schade, dass es nicht mehr ist.“

Die Plätze für das FSJ Kultur seien sehr begehrt, längst nicht alle Bewerber würden eine Stelle bekommen. Schleswig-Holstein hat in diesem Jahr rund 60 Stellen angeboten.

Charlotte Merker kommt aus Braunschweig. Sie ist am Museumsberg bereits die vierte FSJlerin. Ihre Aufgaben erstrecken sich auf die Planung von Ausstellungen und den Umgang mit Kunstwerken. Sie würde in alle Arbeitsbereiche des Museums eingebunden werden. „Von der Stadt Flensburg bin ich begeistert“, sagt die 18-Jährige.

Neben ihrer täglichen Arbeit werden die FSJler auch Seminare besuchen, die sich sowohl mit Kreativität als auch der Persönlichkeitsbildung beschäftigen. „Es ist unglaublich, wie verändert die jungen Leute nach dem Jahr wieder gehen. Sie alle haben sich unglaublich weiterentwickelt“, findet Lehrer Jens Koll von der Comenius-Schule. Für ihn sei es sehr wichtig, dass die Schule nicht nur als Lern- , sondern auch als Lebensort wahrgenommen werde. Durch die Freiwilligendienstleistenden würde den Kindern in der offenen Ganztagsschule immer ein Ansprechpartner zur Seite stehen.

Ein Defizit sehen die neuen FSJler allerdings in der Anerkennung ihres Dienstes. „Unser Freiwilligenausweis wird nicht akzeptiert“, berichtet Elisa und Jana fügt hinzu: „Die ortsansässigen Verbände sollten besser aufgeklärt werden, sodass auch wir immer von Azubitarifen profitieren können.“

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