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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 16:43 Uhr

Nieby : Ein Jahr im Einsatz für die Natur

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lara Brockstedt, Hannah Schukys und Lena Jerzakowski absolvieren ihren FÖJ in der Integrierten Station Falshöft.

Nieby | Erste Bekanntschaft mit dem Naturschutzgebiet Geltinger Birk haben sie bereits gemacht und sind sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben: die drei neuen FÖJ-lerinnen, die in der Integrierten Station Falshöft ihren Dienst zu einem freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) angetreten haben. Seit 2004 kommen Jahr für Jahr junge Menschen hoch in den Norden – anfangs waren es jeweils zwei pro Jahr, seit geraumer Zeit sind es drei: der Förderverein der Integrierten Station macht es zusammen mit dem Wildpferdeverein und der Ostangler Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) möglich.

Renate Mielenz, Vorsitzende des Fördervereins und auch Betreuerin der FÖJler, weiß, wovon sie spricht, wenn sie sagt, dass die Falshöft-Plätze heiß begehrt sind. Insgesamt lagen diesmal 26 Bewerbungen vor. Sie und Stefan Brocke von der Integrierten Station mussten entscheiden: „Die nehmen wir.“

Eine der drei neuen FÖJ-lerinnen ist die 18-jährige Hannah Schukys aus Hamburg. Nach ihrem schulischen Abschluss in Freiburg zog es sie mit dem International Baccalaureate Diploma (Internationales Abitur) in der Tasche zurück in den Norden. Der Süden sei nicht ihr Ding, erzählt sie. Sich selbst bezeichnet sie als „Naturkind“. Überall nur Berge – im Süden der Republik fehlte ihr der weite Blick aufs Meer. Nach der Schule wollte sie „raus und was mit Natur und Tieren machen“. Sieben Jahre lang gehörte sie in ihrer Jugend den Pfadfindern an. Dass sich die Falshöfter für sie entschieden haben, freut sie deshalb sehr. Für sie bedeuten die vor ihr liegenden zwölf Monate ein „Findungsjahr“. Danach will sie voraussichtlich Biologie studieren.

Für die ebenfalls 18-jährige Lara Brockstedt ist Schleswig-Holstein das schönste Bundesland. Und da war für die junge Bordesholmerin klar, dass sie nach dem Abitur in Neumünster für ein freiwilliges ökologisches Jahr im Norden bleiben wollte. Also bewarb sie sich und auch sie versteht die vor ihr liegenden Monate ebenfalls als „Findungsjahr“. Danach, so schwebt es ihr vor, will sie Umweltethik studieren. Denn sie hat ein Faible für Philosophie und will das Warum, Wieso, Weshalb wissen. Sie bezeichnet sich als offen und neugierig.

Die dritte in der FÖJ-Runde ist Lena Jerzakowski – auch sie ist 18 Jahre alt und ist im Osnabrücker Land zu Hause. Nach dem Schul-Stress will sie nun erst einmal ein Jahr etwas anderes machen und dabei herausfinden, wie es für sie danach beruflich weitergehen soll. Als es galt, sich für ein freiwilliges ökologisches Jahr zu bewerben, schwankte sie zwischen den „Erlebnistagen Harz“ und Falshöft. Doch schon während des Vorstellungsgespräches in der Gemeinde Nieby habe sie sich in die Landschaft an der Ostsee verliebt, berichtet sie. Und nachdem sie angenommen worden war, habe sie sofort im Harz abgesagt. Nachdem sie nun zusammen mit den beiden anderen FÖJ-lerinnen ihr Quartier bezogen haben, wisse sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen habe. Wichtig sei, wie sie hinzufügt, stets kompromissbereit zu sein und sich auf andere Menschen einzulassen. Was ihr fehlt, ist ihre Zwillingsschwester Laura, die in Osnabrück geblieben ist und eine Ausbildung zur Optikerin begonnen hat. „Wir waren bisher immer zusammen und waren nur einmal eine Woche getrennt – das war hart.“

Für Renate Mielenz steht aus Erfahrung fest, dass auch für die drei neuen FÖJ-lerinnen das von „Zuhause weg sein“ eine ganz neue Erfahrung sein wird, die dazu beitragen werde, selbstständig zu werden. Das sei eine „total gute Lehrzeit“, hätten ihr die jungen Leute, die bisher in Falshöft ein Jahr verbrachten, bestätigt. Das erhofft sie sich nun auch für Hannah Schukys, Lara Brockstedt und Lena Jerzakowski.

Die drei werden nicht nur das Leben und Geschehen im Naturschutzgebiet begleiten, sondern auch den Ausbau der neuen Ausstellung in der Integrierten Station. Die hatte eigentlich schon in diesem Jahr fertig sein sollen. Doch es gab eine Verzögerung, so dass die Ausstellung erst 2018 in neuem Glanz gezeigt werden kann. Auf das Mit-dabeisein freuen sich die drei jungen Frauen, die schon längst Freundschaft mit „Tante Frieda“ geschlossen haben, der „reinrassigen Mischlingshündin“ von Helmut Allenstein aus Westerholz, einem der ehrenamtlichen Ausstellungs-Betreuer.


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