Neuer Pastor in Fruerlund : Ein Insulaner pilgert aufs Festland

Überwiegend gut gelaunt: Ekkehard Schulz freut sich auf seine Aufgabe.
Überwiegend gut gelaunt: Ekkehard Schulz freut sich auf seine Aufgabe.

Ekkehard Schulz, neuer Pastor in Fruerlund, wird am 24. September in sein Amt eingeführt

von
20. September 2017, 06:50 Uhr

Die Wege des Herrn sind unergründlich. Nach über 20 Jahren war Ekkehard Schulz endlich anerkannt als Insulaner – und dann das: Er wandert aus, zurück aufs Festland. Der Pastor kehrt Sylt den Rücken und wechselt von Morsum an die Kirchengemeinde Fruerlund. Am Sonntag, 24. September, wird er im Rahmen eines Gottesdienstes von Pröpstin Carmen Rahlf feierlich in sein Amt eingeführt. Er tritt damit die Nachfolge von Pastorin Anke Andersson an, die im Februar nach Hohn bei Rendsburg gewechselt ist.

Damit eins klar ist: Der 53-Jährige, der sein neues Amt bereits Anfang September übernommen hat, ging aus freien Stücken. „Ich bin ja nicht auf der Flucht.“ Doch ein Pastor wird nicht in Versuchung geführt, diesbezüglich Vergleiche anzustellen. „Ekki“ Schulz blickt lieber nach vorn. „Ich bin in einem Gemeindezentrum mitten im Stadtteil aufgenommen worden, auf das die Fruerlunder stolz sind.“

Auch wenn die Kirche im herkömmlichen Sinne fehlt, kündet doch ein hoch aufragender Glockenturm davon, dass hier Kirche gelebt wird. Fasziniert ist er von dem Licht im modern gestalteten Gemeinderaum mit der neuen digitalen Orgel – hier fallen die Sonnenstrahlen durch das mit Farbelementen Uwe Appolds gestaltete Südfenster.

„Es wird eine tolle Gemeindearbeit geleistet, getragen auch von vielen Ehrenamtlichen“, hat der Pastor bereits feststellen können. „Die Identifikation ist groß – und das ist wichtig für meine Arbeit.“

Statt in einem Friesenhaus im dörflich geprägten Morsum, eingebettet in einen Park, wohnt er nun in einem großzügig geschnittenen, lichten Pastorat gleich neben dem Gemeindezentrum. Auch seine Familie, Ehefrau Kerstin sowie die beiden Pflegekinder Anna (8) und Ralph (7), fühlt sich wohl dort.

Ekkehard Schulz hat seine Wurzeln in Schleswig, hier ist er zur Schule gegangen. Aus dieser Zeit rühren noch einige Freundschaften, die bis nach Flensburg reichen. „Das machte den Schritt für mich leicht“, sagt er. Zur Einstimmung trugen der harmonisch verlaufene Vorstellungs- und der Einschulungsgottesdienst bei sowie die Zusammenarbeit mit dem engagierten Kirchengemeinderat und Pastorin Sylvia Meyerding, die in Fruerlund eine Viertelstelle hat. „Mit ihnen allen will ich umsetzen, was gewünscht ist.“

Derzeit befindet sich Ekkehard Schulz noch im Erkundungsstadium, sucht den Kontakt zu Schulen oder Seniorenheimen, zu Mürwiker Werkstätten oder dem Selbsthilfe-Bauverein. „Es gibt hier unglaublich viele Ansatzpunkte.“

Ekkehard Schulz wird der Insel Sylt gewiss verbunden bleiben. Auch wenn die Wochen des Abschieds mit Stress verbunden waren. Viele Freunde hat er zurückgelassen – und einen Schrebergarten in Hörnum.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen