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Flensburger Tageblatt

22. November 2017 | 04:33 Uhr

Harrislee : Ein Hoffnungsschimmer für Afrika

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Garden of Hope of Children“: Familie Fulde gründet in Kenia einen Verein für ein Waisenhaus

Engagiert berichten der Harrisleer Zahnarzt Fred Fulde und seine Frau Christiane von ihrer Reise nach Kenia in diesem Frühjahr. Zutiefst erschüttern die ergreifenden Schilderungen von der katastrophalen Armut gerade der elternlosen Kinder in einem Land, in dem ein Euro der durchschnittliche Tagesverdienst ist und Hunger, Tod, Aids und Malaria ständig präsent sind. Um ein Waisenhaus dort maßgeblich finanziell zu unterstützen, hat das Ehepaar Fulde 2015 einen Verein gegründet – zur Förderung des „Garden of Hope of Children Home in Likoni-Mombasa-Kenia“.

Den Anstoß hierfür gab die Enkelin Nele, die 2013 nach dem Abi für drei Monate zum Freiwilligendienst ins kenia-nische Likoni ging, einem Armenvorort der 800  000 Einwohner zählenden Stadt Mombasa. Mit ihrer Gastmutter, der Brasilianerin Ana Marins, die im Auftrag der katholischen Kirche Sozialarbeit im Land leistete, erlebte sie die menschenunwürdige Situation gerade der Kleins-ten.

Schnell reifte der Entschluss der jungen Flensburgerin, zu helfen. Und sie riss ihre Großeltern im fernen Harrislee mit: „Nele hat das bei uns ausgelöst“, sagt Fulde bewegt und berichtet von erstem Spenden-Sammeln in Familie und Bekanntenkreis. Um gezielt zu helfen, für die Beinprothese eines Kindes, um einem Einraum-Rohbau zu einem Dach zu verhelfen.

Wesentlich finanziert mit Spenden aus Harrislee gründete Ana Marins 2014 das Waisenhaus. Heute wachsen darin 25 Kinder, auch Findelkinder zwischen elf Monaten und neun Jahren unbeschwert in christlichem Sinne, aber konfessionslos auf, erhalten Nahrung, oft nötige medizinische Betreuung, Schulgeld und vor allem mütterliche Liebe.

Und das inmitten einer Atmosphäre staatlicher Kontrolle bar jeder finanzieller Unterstützung und der dortigen Einstellung, Einsatz für Waisenkinder lohne sich nicht. Es heiße nur: „Spätestens mit drei oder vier Jahren sind sie sowieso tot“, erzählt das Harrisleer Paar. Mit spürbarer Wärme berichtet Christiane Fulde, wie sehr sie die Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit, das helfende soziale Verhalten der Kleinen überwältigt habe. Und wie sehr sie der Antrieb Ana Marins begeistert, den Kindern Bildung, soziale Kompetenz und eine Zukunftsperspektive zu geben, sodass sie in ihrem eigenen Land einmal glücklich und erfolgreich selbstständig leben können.

Flohmärkte, das Benefizkonzert der Hornblower generieren Spenden. Dankbar ist Fred Fulde für die regelmäßi-ge Unterstützung vieler Sponsoren. Alle Spenden gingen direkt und ungekürzt an das Waisenhaus. Über Ausgabenbelege erfolge die regelmäßige Kontrolle ihrer Verwendung. „Im Moment können wir die Hälfte des Waisenhauses finanzieren. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Unterstützer hier weiterhin helfen und noch mehr Freunde bekommen.“



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