Deutsches Haus Flensburg : Ein Hauch von Wiener Opernball und Disco de luxe

Raum zum Tanzen: Ballett, Musiktheaterensemble, Solisten, Schauspieler und Orchester des Landestheaters füllten die Nacht des Bühnenballs mit einem mitreißenden Programm.
Raum zum Tanzen: Ballett, Musiktheaterensemble, Solisten, Schauspieler und Orchester des Landestheaters füllten die Nacht des Bühnenballs mit einem mitreißenden Programm.

Alles neu, alles anders: 49. Bühnenball zum 50-jährigen Jubiläum der Theaterfreunde

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19. Februar 2018, 12:21 Uhr

Völlig anders und verjüngt zeigte sich der 49. Bühnenball am Sonnabend im Deutschen Haus – genau in dem Jahr, in dem der Verein der Flensburger Theaterfreunde als Veranstalter ein halbes Jahrhundert alt wird. „Flensburg tanzt in die Zukunft!“ – so heißt das Motto des Bühnenballs.

Zum ersten Mal nehmen die Musiker des Sinfonieorchesters des Landestheaters bei diesem traditionellen Ereignis nicht im Saal, sondern auf der Bühne Platz. Damit schaffen sie Raum und Fläche für das, was Ballbesucher am liebsten machen: Tanzen!

Peter Grisebach, Generalintendant des Landestheaters, führt durch den Abend und bringt es auf den Punkt: Die Tanzfläche wird zur gemeinsamen Bühne für Künstler und Besucher – „alles ganz nah am Publikum“. Die zweite Besonderheit: Das Sinfonieorchester unter der Leitung des GMD Peter Sommerer erhält Verstärkung von vier Musikern um Axel Goldbeck, der die Arrangements geschrieben hat. Und noch etwas ist neu: An der Eckener-Schule, so berichtet Intendant Grisebach, gebe es die schöne Tradition, dass Schüler des Abiturjahrgangs im 13. Schuljahr statt Sport Tanzunterricht haben, in Zusammenarbeit mit dem Flensburger Tanzclub. Man habe Kontakt aufgenommen – und zum ersten Mal bei einem Bühnenball hat es „in Anlehnung an den Wiener Opernball“ einen „Einzug der Debütanten“ gegeben. So wie beim österreichischen Vorbild war die Bedingung, dass die Tänzerinnen und Tänzer tatsächlich zum ersten Mal einen Ball besuchen, betont der Moderator Grisebach. Im Unterschied zum berühmten Ball würden in Flensburg jedoch nicht „die heiratswilligen Töchter in die Gesellschaft eingeführt“. Und: „Wir haben auf das klassisch schwarz-weiße Outfit verzichtet“ zugunsten einer farbenfrohen Abendgesellschaft, erläutert er, weil das besser zu einer bunten Stadt wie Flensburg passe.

„Das war schön anzusehen“, sagt Max Stark und spricht auch für seine Frau Hannelore. 13 Jahre lang war Stark Vorsitzender der Theaterfreunde, ist jetzt Ehrenvorsitzender. Die Starks sind begeistert vom neuen Antlitz des Bühnenballs, von der neuen Lichttechnik, vom hautnahen Kontakt der Künstler zu den Gästen. Wie sie so professionell tanzten, „das ist aufmunternd und hübsch“, fügt Hannelore Stark hinzu. Die klassischen Häppchen – ein Hineinlauschen in die Operette „Madame Pompadour“, die im März Premiere hat, oder Erinnern an „Rigoletto“, gefallen ihnen ebenso wie die modernen Anklänge. Michael Jackson ist zu hören und die Bewegungen der unsterblichen Legende zu sehen. Wenn Solisten, die sonst in anderen Rollen zu erleben sind, „rumhotten, wie es heute heißt“, freut sich Max Stark, dann zeige dies, dass die Künstler Menschen sind „wie Du und ich, wenn sie losgelassen werden.“

Wer nicht tanzen will, bekommt eine tolle Show, sagt Peter Grisebach. Und die ist nach zwei Stunden Musik mit Orchester, Dirty Dancing mit mit Band und steppender Jasmin Bilek noch lange nicht vorbei. Akteure des Schauspielensembles gestalten das Mitternachtsprogramm vor allem um Queen und noch eine schillernde, verstorbene Figur mit Theateraffinität herum: Freddie Mercury! „We are the champions“ erklingt natürlich aus vielen Kehlen.

Die Spezialität des Landestheaters sei die Vielfalt, hebt Dirigent Peter Sommerer hervor. Die Mitglieder des Ensemble haben die vielen Facetten unter Beweis gestellt. Zuschauer setzen die Nacht mit DJ in der Imagine Bar fort.

www.flensburger-theaterfreunde.de

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