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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 10:16 Uhr

Ein Händchen für 30 Meter Leiter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flensburger Berufsfeuerwehr probt mit dem Hamburger Fachmann Stefan Rauh bis Ende des Monats mit der Drehleiter

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 16:59 Uhr

Es ist ein Schreckensszenario, das niemandem zu wünschen ist: Eine Person ist auf dem zugefrorenen Teich auf dem Hochschul-Campus eingebrochen. Hilflos zappelt sie im eiskalten Wasser. Es wäre viel zu gefährlich, auf das Eis zu gehen, um die Person herauszuziehen – ein Fall für die Flensburger Berufsfeuerwehr. Mit einer bis zu 30 Meter ausfahrbaren Drehleiter bergen die Rettungskräfte den Verletzten.

„Aber keine Sorge, das ist nur eine Übung“, versichert Drehleiterführer Sönke Greffrath. Dem einen oder anderen aufmerksamen Bürger dürfte es bereits aufgefallen sein: Ob an Marienkirche, Museumsberg oder eben dem Campus – in Kleingruppen proben seit Jahresbeginn rund 60 Feuerwehrleute mit Greffrath vermehrt Einsatz-Szenarien mit der Drehleiter.

Das ist kein Zufall: Seit Januar verstärkt Stefan Rauh von der Hamburger Berufsfeuerwehr als Teil seiner Zusatzausbildung zum Zugführer für zwei Monate die Flensburger Rettungskräfte. „Ich kenne einige Kollegen hier“, begründet er. Acht Jahre lang war der 50-Jährige für die Drehleiter-Ausbildung an der Feuerwehrakademie Hamburg zuständig.

„Die Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen, um uns mit Stefan Rauh über Drehleiter-Einsätze auszutauschen“, berichtet Greffrath. Denn ein Experte wie Rauh sei in Flensburg nicht häufig zu Gast. So entstand relativ schnell die Idee, gemeinsam mit der Drehleiter zu üben. „Wir benutzen viele verschiedene Geräte, die meisten davon brauchen wir nur drei-, viermal im Jahr – aber dann muss alles klappen.“

Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Daher gilt es, nichts dem Zufall zu überlassen und keine Zeit zu verschwenden. Handlungsabläufe müssen zudem optimiert werden. Rauh: „Sönke und ich haben den Abstand gemessen, den die beiden Drehleiter-Fahrzeuge zwischen sich und dem Gebäude einhalten müssen, damit die Entfernung zwischen beiden genau stimmt und die Leiter im richtigen Winkel zum Gebäude steht.

Nicht nur Neues, sondern auch Bekanntes soll geübt werden: Stehen parkende Autos oder Laternen im Weg? Welche Beschaffenheit hat der Untergrund? Rasenflächen könnten nachgeben, Gullys und Deckel für Abwasserschächte würden der Belastung durch die ausgefahrene Fahrzeugabstützung nicht standhalten. Da gelte es, das Auge zu schulen. Ohne solche Hindernisse würden die Feuerwehrleute nur ein Drittel der Zeit benötigen, sagt Rauh. „Das ist praktisch so gut wie nie gegeben, gerade deshalb ist das Üben so wichtig.“

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