Ein "Gute-Laune-Konzert", das den Regen vergessen ließ

Sopranistin Marni Schwonberg aus Basel erhielt am Ende des Konzerts 'Standing Ovations'. Foto: raddatz
Sopranistin Marni Schwonberg aus Basel erhielt am Ende des Konzerts "Standing Ovations". Foto: raddatz

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16. August 2011, 03:59 Uhr

glücksburg | Dass Mozart ein besonders guter "Stimmungsaufheller" ohne jede negative Nebenwirkung ist, wissen die "Mozart-Concertisten" schon seit langem. Sie ließen den Dauerregen am Sonntag einfach vor der Tür der fast ausverkauften Auferstehungskirche zu Glücksburg und verzauberten das willige Publikum mit heiter-barocken Klängen. Mit Werken von Mozart und Bach eröffneten sie die Reihe "Glücksburger Konzerte".

Dass das bewährte Team um Martin Schneider nicht nur Mozart, sondern auch Bach "kann", stand außer Zweifel. Vielleicht kam der große Thomaskantor ein wenig beschwingter daher als üblich: Seine Ouvertüre in D-Dur BWV 42 wirkte fast ein wenig übermütig, da jubelten die Oboen, da blubberte fröhlich das Fagott. Schon der Titel der Bach-Kantate "Ich bin vergnügt in meinem Glücke" ließ erahnen, dass es munter weiter gehen sollte.

Die rhythmisch heikle Eingangsarie überstrahlte der kristallklare Sopran von Marni Schwonberg mühelos und mit feiner Ausdrucksgestaltung, von Enrico Raphaelis und seiner Solo-Oboe mit reicher Ornamentik filigran umspielt. Die Solo-Violine, bravourös geführt von Ye Wu, gesellte sich dann höchst abwechslungsreich dazu.

Dann durfte Mozart, das einstige "Klavierwunder", zu Wort kommen. Mit Ayami Ikeba saß eine langjährige Mitstreiterin der "Mozart-Concertisten" am Flügel und bewies einmal mehr ihr großes Können mit dem Klavierkonzert A-Dur Nr. 12, KV 414, sehr einfühlsam und mit viel Finesse. Wie heute Mozarts vierhändige Werke klingen würden, die er gemeinsam mit Schwester Nannerl vortrug, ist auf einem modernen Flügel kaum nachvollziehbar - in der Bearbeitung für ein Kammerorchester klingt es temporeich, locker, schwungvoll, der ganz junge Mozart eben.

Und noch einmal Mozart: In seiner Motette "Exsultate, Jubilate" KV 165 brachte Marni Schwonberg wieder die ganze Strahlkraft ihres Soprans zu Gehör, schwang sich in jubilierende Himmels-Höhen, anrührend, berührend das Lob der Gottesmutter preisend. Der zweite Vers "schon fliehen Wolken und Stürme" entsprach wohl dem Wunsch aller Anwesenden. Das "Alleluia" des mit rasanten Koloraturen gespickten Schlusssatzes wurde als "da capo" vom begeisterten Publikum stürmisch gefordert. "Standing Ovations" für Marni Schwonberg, die "Mozart-Concertisten" und ein Gute-Laune-Konzert, bei dem der Regen einfach vergessen werden konnte.

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