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Einzelhandel in Flensburg : Ein gläserner Markt für Adelbylund

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach langer Planung kann Edekaner Lutz Blask endlich mit der Erweiterung starten – mit Lärmschutzwänden und geschlossener Anlieferung

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 06:08 Uhr

Eigentlich war ein Markt-Standort Adelbylund im 2011 beschlossenen Einzelhandelskonzept gar nicht mehr vorgesehen – dagegen am Hafermarkt, wo der alte Aldi/Lidl-Komplex seit Jahr und Tag auf Wiederbelebung wartet, aber auch an der Taruper Hauptstraße, wo seit dem Umzug von Edeka-Händler Lutz Blask nach Adelbylund im Frühjahr 2010 der Einzelhandel verschwunden ist. Doch jetzt will Edekaner Blask die ehemalige Holzhandlung gegenüber der Johannismühle um rund die Hälfte von derzeit 950 auf knapp 1500 Quadratmeter vergrößern und modernisieren: „Obwohl wir fast 1000 Quadratmeter Fläche haben, sind wir als Vollsortimenter einer der kleinsten in Flensburg“, sagt der Kaufmann, der hier mit Reinigungspersonal, Azubis und Aushilfen 32 Mitarbeiter beschäftigt. „Ich freue mich, dass wir jetzt toll modernisieren können“, ergänzt er. Konkret bedeutet das einen gläsernen Anbau auf der Südostseite zur Straße Adelbylund hin, eine geschlossene Anlieferung auf der Nordseite, die den Lärm deutlich reduzieren soll, sowie 58 markierte Parkplätze, von denen ein Teil derzeit schon auf einem zugekauften Grundstück entsteht. Für den Bäcker im Ladenfoyer sind künftig ein Sitzbereich und Sonntagsöffnung vorgesehen. Die Neueröffnung plant Blask im November 2018, so dass er bei durchweg laufendem Betrieb ein heißes Umbaujahr erwartet.

Danach soll der Parkplatz im Norden und Westen von einer drei bis 3,5 Meter hohen Lärmschutzwand abgeschlossen werden – Zugeständnis an die Anwohner, die sich jetzt im Technischen Rathaus über die Pläne informieren konnten. Dort wurde indes klar: Die anwesende Nachbarschaft begrüßt die Blask-Pläne ganz überwiegend. Eine der wenigen kritischen Anmerkungen der Bewohner: Die Rückseite des Gebäudes im Osten sei mit zugenagelten Fenstern im Obergeschoss wenig ansehnlich. Blask versprach auch hier Verbesserung mit dem Umbau. 1980 wurde in der ehemaligen Holzhandlung aus dem 19. Jahrhundert erstmals ein Einkaufsmarkt eingerichtet. Auf „Kaiser’s“ folgte später Blasks Vorgänger Jungjohann.

Warum Edeka eine Lärmschutzwand bauen muss, der Penny-Markt auf der anderen Straßenseite der Lundlücke aber nicht, obwohl hier das Verkehrsaufkommen mindestens genauso groß und die Zahl der betroffenen Nachbarn größer ist? „Edeka baut um und nun nach heutigen Standards. Penny ist Bestand und muss erst etwas ändern, wenn es auch umbaut“, erklärt Stadt-Sprecher Clemens Teschendorf dazu. Die Öffnungszeit muss Blask danach von 7 bis 21.45 Uhr auch um eine Viertelstunde leicht reduzieren. Penny dagegen darf weiter bis 22 Uhr verkaufen – und experimentierte dieses Jahr auf dem studentisch geprägten Sandberg auch schon mal mit Öffnung bis 23 Uhr.

Bei der Anhörung erkundigten sich Anwohner des kleinen Wegs Kirchensteig, der eigentlich gar keiner mehr ist, nördlich des Edeka-Marktes, nach dem Grund für die Fällung von acht mittelgroßen Ahornbäumen im vergangenen Dezember – unmittelbar vor der aktuellen Baumaßnahme. Ladeninhaber Lutz Blask hatte zuvor erklärt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Fällung und der Ladenerweiterung gebe. Auf Anfrage fand TBZ-Sprecher Ralf Leese folgendes dazu heraus: Dies seien keine Fällungen gewesen. Das TBZ habe die Bäume, deren Größe nicht unter die Baumschutzsatzung falle, lediglich auf eine Höhe von rund 1,50 Metern sehr deutlich eingekürzt.

„Wir wären für die Fällung gewesen“, sagt TBZ-Mann Leese. Aber da einige der Nachbarn sie als Sicht- und Lärmschutz behalten wollten, sei dies der Kompromiss gewesen. Er geht davon aus, dass die Baumstümpfe sich in den kommenden Jahren wieder erholen.

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