Hafen Flensburg : Ein Forum für das Ostufer

Lebt fürs Ostufer, liegt mit Schlepper Jonny am Westufer: Gerd Strufe ist ausgewiesener Hafenkenner und Vorsitzender der IG Ostufer.
Lebt fürs Ostufer, liegt mit Schlepper Jonny am Westufer: Gerd Strufe ist ausgewiesener Hafenkenner und Vorsitzender der IG Ostufer.

Die Aktionsgemeinschaft fühlt sich für dieses von anderen Foren „vernachlässigte Gebiet“ verantwortlich.

shz.de von
19. Januar 2018, 16:04 Uhr

In Flensburg gibt es ein weiteres Stadtteilforum: Die IG Ostufer mit ihrem Vorsitzenden Gerd Strufe gehört jetzt auch zur Riege der Stadtteilforen – als Nummer 14 in der Stadt. Die Fragen für das Stadtteilforum Ostufer, „eine Aktionsgemeinschaft, die sich für dieses von drei anderen Foren vernachlässigte Gebiet verantwortlich fühlt“, beantworten Bärbel und Peter Leuendorf. Es reicht von der Hafenspitze über Harniskaispitze, Sonwik, Fahrensodde und Solitüde bis zur Bucht von Meierwik

Wie würden Sie das Besondere an Ihrem Betreuungsgebiet beschreiben?
Die Ostseite des Hafens ist ein Ursprungsgebiet Flensburgs und ein maßgeblicher
Teil unseres historischen Stadtbildes. Dieses für zukünftige Generationen zu erhalten, ist unser Bestreben.

Auf welchem Gebiet hat sich in dem Bereich im Jahr 2017 etwas bewegt?
Sehr, sehr viel, nur leider nicht das, was sich die Flensburger Bürger erhofft haben.
Wir haben den Eindruck, dass dieses Gebiet, unbegreiflicherweise nur von Flensburger Investoren entwickelt wird und das auch noch mit voller Unterstützung der Stadtverwaltung. Vorgaben des Denkmalschutzes und die in drei Workshops von Flensburger Bürgern entwickelten Konzepte und Empfehlungen, die den dauerhaften Erhalt der Hafenwirtschaft und der in diesem Bereich ansässigen, maritimen Betriebe vorsieht, bleiben völlig unbeachtet.

Was ist das größte Thema, das 2017 liegen geblieben ist?
Dass der Bürgerwille, der Regionalplan SH 2002 und auch das vormals vom Planungschef unserer Stadt vorgelegte Gutachten, in dem von einer Wohnbebauung in diesem Gebiet dringend abgeraten wird, völlig unbeachtet geblieben sind.

Wie soll es mit diesen Themen weitergehen und wie könnte es vorankommen?
Die Bürger müssen über die zukünftigen Planungsschritte nicht nur informiert werden, sondern aktiv und maßgeblich an allen Planungen mitarbeiten. Es darf nicht vergessen werden, dass die Stadt nicht den Planern, sondern den Bürgern unserer Stadt gehört und jede Konversion ihr volles Einverständnis haben muss.

Welches Thema wollen Sie 2018 anpacken?
Mitgestaltung des gesamten Ostufers von der Hafenspitze bis Solitüde. Mit den Bürgern eine Stadtbild-prägenden Planung vorantreiben. Vorgaben für Investoren erarbeiten und als Basis für einen europaweiten Investorenwettbewerb festlegen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Kontakt zwischen Forum und Rathaus?
Es hat uns viel Mühe gekostet, vom Rathaus als Forum anerkannt zu werden. Dies ist uns zum 31. Oktober 2017 endgültig gelungen. Für die Zukunft erhoffen wir uns eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Wie beurteilen Sie das erste Amtsjahr der Oberbürgermeisterin mit Blick auf den Einsatz für Ihr Betreuungsgebiet?
Anfängliche Äußerungen müssen wir heute leider als Lippenbekenntnisse bewerten. Wir haben den Eindruck, dass unsere Oberbürgermeisterin der Stadtplanung zu viel Freiraum einräumt und sich den Konzepten des Stadtplaners unterordnet. Ein Beweis dafür ist, dass der Handels- und Wirtschaftshafen nach fünf Jahren zwangsabgewickelt werden soll, nur um auf diese Weise an die Fördergelder des Stadtumbaus Ost zu gelangen. Ihre Wahlaussage, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, setzt unsere Oberbürgermeisterin mit den vorgesehenen Maßnahmen auf Spiel.

Was wünscht sich Ihr Forum von der neuen Ratsversammlung, die im Frühjahr gewählt wird?
Dass die Eigenverantwortung der einzelnen Ratsmitglieder größer wird als bisher. Dass sie sich vor jeder Abstimmung persönlich sachkundig machen, bevor sie ihre Stimme für oder gegen ein Projekt abgeben. Die Ratsmitglieder sind Auftraggeber und Kontrolleure der Verwaltung und müssen dafür sorgen, dass ein Verdacht planerischer Willkür gar nicht erst aufkommen kann. Verantwortungsvoll die finanziellen Ausgaben auf ihre Effektivität überprüfen um eine Mittelverschwendung wie für den Einsatz zur Räumung der Harniskaispitze zukünftig zu vermeiden.

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