Rude : Ein Forum für alle "Rudaner"

Zu Hause auf der Rude: Jürgen Uwe Maßheimer (l.) und Ernst Dau an einer renovierten Häuserzeile abseits der Diblerstraße. Foto: Pohl
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Zu Hause auf der Rude: Jürgen Uwe Maßheimer (l.) und Ernst Dau an einer renovierten Häuserzeile abseits der Diblerstraße. Foto: Pohl

Wer an der Merveldstraße oder am Lundweg wohnt, der lebt "auf der Rude", und zwar beschaulich. Um die Anliegen der Bewohner kümmert sich seit zehn Jahren das Rude-Forum.

shz.de von
13. Mai 2009, 01:57 Uhr

Flensburg | Wer weiß schon, wo in Flensburg Henningholz und Thiesholz liegen?! Tausende von Autofahrern rauschen tagtäglich nur ein paar Steinwürfe entfernt von diesen kleinen Straßen vorbei. Die Rude liegt etwas eingeklemmt zwischen drei stark befahrenen Verkehrsachsen (Husumer und Schleswiger Straße sowie Zur Bleiche) und einem etwas weniger stark frequentierten Schleichweg, dem Tegelbarg.

"Ich fühl mich sauwohl hier", sagt Ernst Dau, 68, Rudaner durch und durch. Er gehört zu den gut zwei Dutzend Menschen, die sich aktiv im Rude-Forum engagieren. Vor zehn Jahren wurde diese Stadtteil-Initiative nach rund zwei Jahrzehnten Dornröschenschlaf wiederbelebt. "Anlass war damals die Unzufriedenheit der Bewohner mit den Hochhäusern am Lundweg", erinnert Jürgen Uwe Maßheimer, Vorsitzender des Forums. Unter Mitwirkung der Bürger wurde damals eine Flensburger Lösung für das Problem gefunden. Mittlerweile haben die Häuser allerdings wieder andere Besitzer.

So wie sich die Rude südlich der Bleiche fortsetzt, so hat auch das Forum seinen Bereich erweitert: im Süden bis zur Fuchskuhle, im Osten die Eckernförder Straße entlang bis zur Lise-Meitner-Straße, im Westen ins Wilhelminental. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Interessen der Mehrheit mit denen einer Minderheit kollidieren und das Forum dann vermitteln muss: Der Verbindungsweg von der Backensmühle hinunter zum Kockeschünegang war ein Wunsch des Rude-Forums, wurde aber von den Bewohnern der Backensmühle abgelehnt. Jetzt wird er gebaut.
Autohandel statt Diskothek
Alle zwei Monate kommt man zusammen, um zu besprechen, was zu besprechen ist. Die wichtigen Institutionen des Viertels sind im Rude-Forum vertreten: Die Schule auf der Rude, die Paulus-Kirche, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizeistation Süd. Zwei Ratsherren (Edgar Möller, SSW, und Jochen Haut, SPD) wohnen im Viertel und sind stets dabei, die anderen Parteien entsenden gelegentlich Vertreter zu den Sitzungen. Wenn nichts dringendes anliegt, kommen weniger Bürger als in Zeiten, in denen Unheil droht. Das war vor ein paar Jahren der Fall, als ein Flensburger Unternehmer plante, aus der alten Meierei an der Bleiche eine Discothek ("Roxy") mit Band-Übungsräumen zu machen. Man befürchtete mehr und neuen Lärm, das Projekt wurde am Ende verhindert, heute werden dort Autos verkauft; ein letzter Turm erinnert noch an die Jahrzehnte dauernde Milch-Ära des Standorts.

Akute Probleme gibt es derzeit in dem kleinen Viertel nicht: "Wir wünschen uns eine Neugestaltung des Bereichs um die Hochäuser", so Maßheimer, "da sieht es noch aus wie in den 50er Jahren." Und Ernst Dau erinnert an ein Ruder Dauer-Thema: die Krähenplage, vor allem am Tegelbarg.
Das Rude-Fest
Am Sonntag wird rund um die Pauluskirche an der Diblerstraße von 11 bis 17 Uhr das Rude-Fest gefeiert. Es beginnt mit einem Familiengottesdienst um 11 Uhr; es folgen gemeinsames Mittagessen (12), Boßeln, Kaffee und Kuchen (14), Polizeihunde-Vorführung (14.30) und Wunschluftballons (17 Uhr). Für Kinder gibt es ab 13 Uhr eine Hüpfburg, Go-Karts, Schminken, Spielmobil und vieles mehr. Veranstalter sind Selbsthilfe-Bauverein, Paulus-Gemeinde, Jugendtreff Weiche, Polizeistation Süd und der Spieletreff Rude.

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