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Ein Junge für Berlin : Ein Flensburger will in den Bundestag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

IT-Unternehmer und Wirtschaftsprofessor Jens Junge möchte im Parlament die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft mitgestalten

Bevor die neue Kieler Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (Lürschau) vor vier Jahren in den Bundestag einzog, hatten sich Wolfgang Börnsen (Bönstrup) und Wolfgang Wodarg (Nieby) in sieben Wahlen zwischen 1987 und 2009 als direkt gewählte Parlamentarier abgewechselt. Einen echten Flensburger als direkt in den Bundestag gewählten Abgeordneten sucht man in der jüngeren Geschichte vergebens, die als berühmtesten Wahlkreisabgeordneten Willy Brandts Architekten der Ostverträge, Egon Bahr (1976 und 1980) verzeichnet.

Und während sich diesmal für die SPD Flensburgs Stadtsprecher Clemens Teschendorf bewirbt, der in Steinbergkirche wohnt und dort kommunalpolitisch aktiv ist, kommen die drei Bewerber um die CDU-Direktkandidatur allesamt aus Schleswig und Wanderup. Seit Montagabend haben die Christdemokraten auch einen Flensburger Kandidaten. Da informierte Jens Junge (53) die Ratsfraktion im Rathaus über seine Ambitionen.

Für den Taruper, der von 2008 bis 2012 vier Jahre unter anderem im Bildungsausschuss und TBZ-Ausschuss saß, bevor der Wirtschaftswissenschaftler eine Professur an der privaten Berliner „SRH Hochschule für Kommunikation und Design, Wirtschaftswissenschaften, Digitales Marketing, Digitale Geschäftsmodelle“ übernahm, sind die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse Triebfeder für die politische Bewerbung: „Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit digitaler Transformation, und die Veränderungen sind so gravierend, dass ich sie gerne mitgestalten möchte“, sagt Junge. Gerade auch für den ländlichen Raum sei das Fehlen guter digitaler Infrastruktur gravierend spürbar.

Junge ist bereits seit seiner Schulzeit unternehmerisch tätig. 1986 gründete er gemeinsam mit Comiczeichner Kim Schmidt den Flying Kiwi Verlag in Dollerup, später in Flensburg die IT-Firmen Ticcon AG und Mediatrust GmbH. Zudem ist Junge Initiator und erster Vorsitzender des Verbandes „Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein“ gewesen sowie Mitglied im Verein „cnetz e.V.“ um Unions-Generalsekretär Peter Tauber.

Die Flensburger Ratsfraktion freue sich über einen Flensburger Kandidaten, sagt Junge. Flensburgs CDU-Chef Arne Rüstemeier hatte zusammen mit beiden Kreisvorständen schon die Kandidatur von Petra Nicolaisen nach dem Wechsel Sütterlin-Waacks ins Justizministerium begrüßt. Deshalb formuliert Rüstemeier vorsichtiger: „Wir freuen uns, dass es viele gute Bewerber gibt.“

Junge sagt, er sehe sich als Außenseiter – und wird dann mit Blick auf die Favoritin sofort angriffslustig: „Petra Nicolaisen ist für den Landtag gewählt worden und hat mit Regierungsverantwortung übernommen.“ Die Einschätzung, dass es dann auch für den Bundestag reichen werde, rieche für ihn zu sehr nach Wahltaktik. Und noch ein Argument hält Junge für stichhaltig: Wenn Petra Nicolaisen in den Bundestag gewählt wird, kommt der Nachrücker aus Lübeck in den Landtag. „Für das Flensburger Umland bedeutet dies, dass es seine Landtagsabgeordnete ersatzlos verliert.“

 

>Ein Flensburger Bus zur entscheidenden Wahlkreismitgliederversammlung im Tarper Landgasthof ist auch schon organisiert: Dienstag um 18.45 Uhr ist Abfahrt an der Exe (Reservierungen über die Geschäftsstelle an info@cdu-flensburg.de)

 

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erstellt am 05.Jul.2017 | 09:10 Uhr

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