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Flensburg-Sonwik : Ein Flachbau für die Nordmole

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Chance für das große Wasserhaus in Sonwik: Architektenwettbewerb bringt ein eindeutiges Ergebnis. Der Entwurf ist genehmigungsfähig.

Flensburg | „Es sieht ein bisschen wie eine Bootslagerhalle aus“, sagte Eiko Wenzel, Leiter der Abteilung Denkmalschutz und Stadtbildpflege, und das meinte er durchaus nicht abwertend. Er sprach über ein sehr langes, sehr flaches Gebäude, das der renommierte Berliner Architekt Gnädinger für die Nordmole in Sonwik gezeichnet hat. Und wie es aussieht, hat dieser Entwurf eine gute Chance auf Realisierung.

„Dieses Bauvorhaben ist zulässig“, sagte Wenzel im Umwelt- und Planungsausschuss, „wenn der Bauherr einen Bauantrag einreicht, werden wir das Vorhaben genehmigen.“ Damit ist das Projekt „Villa Lassen“, wie es mittlerweile heißt, deutlich weiter als es noch vor gut einem Jahr war, als es erstmals die Gemüter im Rathaus erhitzte.

Es geht um die Bebauung der Sonwiker Nordmole in Verlängerung der langen Reihe von Wasserhäusern, die parallel zum Ufer verläuft. Der ursprüngliche Bebauungsplan für Sonwik sieht hier fünf weitere Wasserhäuser vor, die das Sonwik-Konsortium aber nie gebaut hat. Stattdessen hat die Flensburger Familie Lassen („Nordschrott“), die im Kapitänshaus in Sonwik (siehe Karte links) als Mieterin wohnt, die unbebaute Nordmole gekauft – mit dem Ziel, hier für den Eigenbedarf ein repräsentatives Wohnhaus zu errichten. Der kühne Entwurf des Flensburger Architekten Henning Prey stieß im Rathaus aber nicht auf ungeteilte Zustimmung; es gab unüberhörbare Stimmen gegen den Plan eines einzigen großen Hauses als Ersatz für fünf verhältnismäßig kleine Einzelhäuser.

Der Kompromiss war ein eingeschränkter städtebaulicher Wettbewerb, den der Bauherr unter vier Architektenbüros aus Berlin, Düsseldorf, Dänemark und der Schweiz auslobte. Alle hätten sehr respektable Arbeiten abgeliefert, lobte Wenzel; dennoch sei die Jury zu einer sehr klaren Entscheidung zu Gunsten des Berliner Büros Gnädinger ausgefallen. Das eingeschossige Gebäude im Stil der klassischen Moderne füge sich „in einer neuen Tonart“ sehr gut in das Ensemble ein, lobte Wenzel. Der von Gnädinger vorgeschlagene Grundriss fand jedoch keine Gnade beim Bauherrn, so dass die Familie Lassen mit dem Architekten eine Überarbeitung verabreden müsse und dann eine Bauanzeige einreichen könne. „Der Bebauungsplan lässt diese Bebauung zu“, betonte er.

Dass sie überhaupt möglich wurde, liegt an einem planungsrechtlichen Versäumnis der Vergangenheit. Die Bebauung mit einzelnen Wasserhäusern war in einem Durchführungsvertrag zwischen der Stadt und den Sonwik-Investoren geregelt. Dessen Inhalte waren aber bei Verkauf der Nordmole an Lassen nicht mit übertragen worden, so dass jetzt der Bebauungsplan galt, der nur die Baugrenzen festlegt, nicht jedoch einzelne Häuser.

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erstellt am 08.Apr.2015 | 08:15 Uhr

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