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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Ein Fest für zwei Ehrenbürger

vom

Zwei Familien und die Stadt würdigen Glücksburgs Ehrenbürger Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein und Kai-Uwe von Hassel

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glücksburg | Beide gelten als Persönlichkeiten, die sich stets für ihre Mitmenschen und Glücksburg eingesetzt haben. Die Rede ist von Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein und Kai-Uwe von Hassel. Die Ehrenbürger Glücksburgs wurden in festlichem Rahmen im Schloss gewürdigt. Der Prinz hätte gestern seinen 100. Geburtstag gefeiert, von Hassel bereits am 21. April. Den politisch und sozial engagierten Glücksburgern hatte die Stadt vor einiger Zeit schon mit einer kleinen Feierstunde gedacht (wir berichteten).

"Ich hatte das Gefühl, dass sich beide mit uns unterhalten wollten", sagte Elisabeth Prinzessin zu Ysenburg und Büdingen über die Jubilare, die im Bild rechts und links das Rednerpult einrahmten. Die Tochter von Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein dankte den Festrednern Arne Wulff, Staatssekretär a. D., und Johannes Petersen, ehemaliger Kreispräsident von Schleswig-Flensburg.

Wulff würdigte stellvertretend für den vormaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen den ehemaligen Bundestagspräsidenten Kai-Uwe von Hassel. Er sei ein vornehmer Herr in der deutschen aber auch in der europäischen Politik gewesen, sagte Wulff. Er sei froh, den Grandseigneur kennengelernt zu haben. Nach den Eindrücken der Kinder- und Ausbildungszeit in Afrika und den Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg wurde der Kaufmann in der Politik aktiv. Er trat 1946 der CDU bei und war ein Jahr später Bürgermeister. Wulff: "Es fanden sich damals Menschen, die freiwillig Verantwortung auf sich nahmen. Einer von ihnen war Kai-Uwe von Hassel."

Als Ministerpräsident Schleswig-Holsteins hatte sich von Hassel für die Minderheiten eingesetzt. Als Verteidigungsminister ab 1963 war er Herr über die Luftwaffe und deren empfindliche Starfighter. Sohn Joachim kam als Pilot beim Absturz eines solchen Kampfflugzeugs ums Leben. Dessen Ehefrau Elke von Hassel zog die Kinder ohne ihren Mann auf. Die Kraft dafür und für ihr großes soziales Engagement - vor Kurzem erst gab sie nach 20 Jahren den Vorsitz des Fördervereins Katharinen-Hospiz ab - führt die Glücksburgerin auf ihre Herkunftsfamilie Ottens zurück.

Johannes Petersen erinnerte an "Fiete Hoheit" als Soldat, Persönlichkeit und Kommunalpolitiker. "Der Prinz war zwar kein Schlossherr, aber alle Welt nahm ihn so wahr", sagte Petersen, der als junger Mann noch bei seiner Hoheit persönlich um Aufnahme in die CDU gebeten hatte. Prinz Friedrich Ferdinand habe das Schloss zum gesellschaftlichen Mittelpunkt gemacht, das Museum dort und den Kulturkreis aufgebaut. Er initiierte die Historische Gesellschaft und zog als Ehrenmitglied der Friedrichsgarde deren Uniform an - um frühere Uniformstücke erweitert. An die fraktionsübergreifenden Runden bei "geistigen Getränken" und deftiger Kost in des Prinzen Küche erinnerten sich noch einige der Gäste am Dienstagabend. Es erklang wiederholt heiteres Lachen.

Schlossherr Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein hatte etliche Mitglieder beider Familien begrüßen können. Aus Boston war Jenny Green, eine Nichte von Hassels mit Ehemann Joe angereist.

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