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Flensburger Tageblatt

26. September 2017 | 22:16 Uhr

Flensburg-Solitüde : Ein Fest der Verständigung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Minderheiten-Thematik dominiert das 36. Solitüdefest. ADS koordiniert 50 teilnehmende Vereine und Gruppen.

Die nun mehr 36. Ausgabe des Solitüdefests stand unter dem Motto „Fest der Minderheiten“. Alle Minderheiten waren eingeladen, sich selbst sowie ihre Sitten und Gebräuche vorzustellen. Neben den alteingesessenen türkischen und griechischen Minderheiten nutzten die Flensburger Bahai diese Gelegenheit zum ersten Mal.

Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar betonte nicht nur die Wichtigkeit des interkulturellen Austausches und der Völkerverständigung in der Region, sondern bezeichnete Flensburg als Modellregion des friedlichen Miteinanders verschiedener Volksgruppen für ganz Europa. „Gerade in Zeiten, in denen vielerorts auf der Welt wirtschaftliche und politische Konflikte die Menschen auseinanderzutreiben drohen, ist es umso wichtiger ein Zeichen dafür zu setzen, dass ein friedliches Miteinander der Völker und der gegenseitigen Verständigung möglich ist. Das einzige, was dafür nötig ist,sind ein guter Wille und ein gutes Herz“, so die aus Odessa in der Ukraine stammende Krätzschmar.

Organisiert wurde das Fest wieder vom ADS-Grenzfriedensbund und seinen zahlreichen Unterorganisationen. Gesa Görrissen, Referentin des gesamten Kita-Bereiches, war zum fünften Mal in Folge federführend für das Solitüdefest verantwortlich. Mehr als 50 Vereine, Verbände und Institutionen verschiedener Nationalitäten und Religionen waren am Fördestrand vertreten. Darunter die Flensburger Bahai mit einem knappen Dutzend Mitgliedern. Ronald Patzer, 65, ist seit Jahrzehnten Anhänger und Mitglied: „Wir verstehen uns als christlich geprägte, für den Frieden und die Völkerverständigung eintretende Religion.“

Um einiges größer ist die Minderheit der Griechen in Flensburg. Anna Dimitriou stammt gebürtig aus Thessaloniki, lebt jedoch seit 1968 in Flensburg und ist die stellvertretende Vorsitzende der griechischen Gemeinde. „Wir kommen bereits zum 36. Mal zum Solitüdefest und freuen uns, auch in diesem Jahr eingeladen worden zu sein, unsere griechische Kultur den Menschen der Stadt ein klein wenig näher zu bringen – insbesondere in Zeiten wie diesen ist es wichtig zu zeigen, dass wir auch nur ganz normale Menschen sind, die für den ganzen finanziellen Schlamassel der Konzerne und Banken nichts können.“

Obwohl es in diesem Jahr mit mehr als 50 teilnehmenden Vereinen so vielfältig wie noch nie zuging, dominierten am Ende des Tages doch die Farben Rot und Weiß das Bild. Flensburg ist und bleibt nun mal die Stadt der dänischen Minderheit. Als deren Repräsentantin trat Marianne Hansen stellvertretend für den dänischen Generalkonsul ans Mikrofon. Sie lobte wie schon ihre Vorrednerin den einzigartigen Charakter Flensburgs und die Sonderrolle, die sie im Miteinander verschiedener Völker und Nationalitäten einnimmt.Nach den Reden waren dann aber endlich die Kleinen an der Reihe und verdienten sich vor der Rednerbühne für eine Pippi Langstrumpf-Tanzdarbietung einen tosenden Applaus.

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