Idee : Ein Fahrstuhl zwischen Bus und Bahn

Steil: Um den beschwerlichen Aufstieg über die Serpentine zu umgehen, wird ein Fahrstuhl vom Bahnhofsplatz zur Schleswiger Straße angeregt.
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Steil: Um den beschwerlichen Aufstieg über die Serpentine zu umgehen, wird ein Fahrstuhl vom Bahnhofsplatz zur Schleswiger Straße angeregt.

Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax schlägt einen Lift vom Bahnhofsvorplatz zur Schleswiger Straße vor

shz.de von
19. Juni 2014, 08:00 Uhr

Die Serpentine ist eine echte Flensburger Spezialität. Nur wer Kraft und Ausdauer hat, bezwingt den gewundenen Weg vom Bahnhof hinauf zur Schleswiger Straße. Für Ältere – zumal wenn sie Rollatoren benutzen oder Gepäck tragen – ist er denkbar ungeeignet. Deshalb schlägt Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax jetzt vor, hier einen Fahrstuhl zu bauen, der Bahnhof und Bushaltestelle an der Schleswiger Straße miteinander verbindet.

Schon im Regionalen Nahverkehrsplan 2013-2017 ist dieser Vorschlag enthalten – allerdings in einer sehr aufwendigen Form. Der Plan regt an, von den beiden Bahnsteigen aus jeweils einen Fahrstuhl zur Brücke im Verlauf der Schleswiger Straße zu bauen und dort eine neue Busspur zu errichten. Hemkentokrax will es einfacher und billiger: „Wir würden ein Stück in den Hang hinein gehen und dann acht bis neun Meter nach oben.“ Auf dem Niveau der Schleswiger Straße müsste man dann noch eine etwa sechs bis sieben Meter lange horizontale Gangway bauen.

Der Bus-Chef taxiert die Kosten auf „20- bis 30 000 Euro“ und die Bauzeit auf wenige Monate. „So ein Fahrstuhl ist kein Hexenwerk.“ Wichtig sei, dass man ihn schnell beschließe und umsetze – und nicht etwa die Diskussion um einen möglichen Fernbahnhof Weiche abwarte. „Der würde in jedem Fall Jahre auf sich warten lassen“, ist er überzeugt.

Ein Fahrstuhl vom Bahnhofsvorplatz zur Bushaltestelle an der Schleswiger Straße würde die stets geforderte Verknüpfung von Bahn und Bus ein Stück verbessern – vor allem für Bahnreisende, die in die Südstadt oder nach Jarplund-Weding wollen. Zudem entstünden neue Umsteigemöglichkeiten innerhalb des Flensburger Busnetzes: Die Linie 12 (oben) würde mit der Campus-Linie 5 (unten) verbunden. „In Verbindung mit einem Wegeleitsystem und Echtzeitinformationen könnte sich der Bahnhofsvorplatz so zu einer gut frequentierten Verkehrsdrehscheibe entwickeln“, hofft Visionär Hemkentokrax.

„Es wäre schön, wenn wir in Flensburg ernsthaft an einer Lösung arbeiten. Bei einer einigermaßen zeitnahen Umsetzung dürfte sich der investive Aufwand unabhängig von zukünftig vielleicht anderen Bahnhofsstandorten in jedem Fall lohnen“, sagt Paul Hemkentokrax. „Das Ziel, mehr Menschen eine Reisealternative mit Bus und Bahn zu bieten und damit Kohlendioxid einzusparen, lässt sich nur verwirklichen, wenn beide Verkehrsträger sinnvoller miteinander verknüpft werden – und damit sollte nicht zu lange gewartet werden.“

Ein gläserner Fahrstuhl im öffentlichen Raum beschäftigte schon vor zwei Jahrzehnten die Lokalpolitik. Damals ging es um einen Lift vom Theatervorplatz hinauf zum Museum. Der Vorschlag wurde allerdings nie in eine konkrete Planung gegossen, geschweige denn umgesetzt.

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