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Verein Schutzengel : Ein Engel für Jacky und Emma

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Verein Schutzengel engagiert sich erfolgreich für Familien in Not – und hilft einer verzweifelten jungen Mutter.

Flensburg | Die Hilfe im Advent ist dieses Jahr sowohl Hilfsaktion für Kinder und Familien als auch für ältere Menschen in Notlagen. Der Verein Schutzengel, der Kinderschutzbund, der Kinderhospizdienst beim Katharinen-Hospiz am Park und der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt haben sich zum dritten Mal zusammengetan, um Menschen in Notlagen in Flensburg und Umgebung helfen zu können.

Als Jacky im Sommer 2013 schwanger wird, ist sie 20 Jahre alt. Ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung. Sie freut sich auf das Kind, fürchtet sich jedoch vor der bevorstehenden Geburt. Woher die Angst auch immer rührt – sie soll sich als berechtigt erweisen  .  .  .

Doch zuvor hört sie vom Schutzengel. Der gleichnamige Verein greift jungen Familien unter die Arme, bietet frühe Hilfen in besonders belastenden Lebenslagen. Über diese Brücke kommt sie in Kontakt mit einer Familienhebamme, die versucht, der werdenden Mutter die Sorgen zu nehmen und sie in praktischen Alltagsdingen entlastet. „Sie hat mir bei den Geburtsvorbereitungen geholfen – und vor allem die Angst genommen.“

Dann wird Jacky ins Krankenhaus gebracht, es folgt die erwartet schwere Niederkunft. Sie möchte nicht ins Detail gehen, aber sie sagt: „Ich hatte Angst, dass wir beide von der Welt gehen würden.“

Kaum ist das Martyrium überstanden, folgt eine bittere Erkenntnis: Sie ist nicht fähig, zu ihrer kleinen Tochter Emma eine emotionale Bindung aufzubauen. Es klappt nicht mit dem Stillen, die Kleine hat einen chronisch wunden Po, zudem ist die junge Mutter mit ihrem temperamentvollen Kind hoffnungslos überfordert.

Von nun an ist der Schutzengel ihr ständiger Begleiter. Jacky geht in den Räumen an der Lerchenstraße ein und aus. Emma ist ein Jahr alt, da kommt Susanne Baade-Lorenzen, die sich über den Schutzengel zur Familienkinderkrankenschwester fortgebildet hat, ins Spiel. „Es gab gravierende gesundheitliche Probleme“, sagt sie rückblickend. Emma erweist sich als anfällig für Krankheiten, ist häufig erkältet. Sie hat Probleme durchzuschlafen. „Auch für mich war die Nacht dann vorbei“, sagt Jacky, die sich in der Betreuung mit ihrem Lebensgefährten abwechselt. „Morgens war ich dann wie gerädert.“ Besonders ärgerlich, zumal sie angefangen hat, an der HLA ihren Hauptschulabschluss nachzuholen.

Susanne Baade-Lorenzen bringt ihrem Schützling bei, ruhig und besonnen zu reagieren, wenn Emma nicht aufhören will zu schreien, sie hat gute Ratschläge in Ernährungsfragen – und findet endlich die Ursache für den inzwischen blutwunden Hintern heraus.

Buchstäblich über Nacht fühlt sich das Kind besser, es scheint bergauf zu gehen. Dann der nächste Schlag. Jackys Mutter, ein großer Halt in ihrem Leben, verstirbt im April dieses Jahres. „Sie hat mir alles gegeben, war immer für Emma da“, sagt die 23-Jährige. Nur mühsam kann sie ihre Tränen unterdrücken. Doch der Schutzengel bietet ihr immer wieder Halt, gibt ihr Zuversicht. Das ist bis heute so. „Es gab Momente, da konnte ich einfach nicht mehr“, sagt Jacky. „Ohne den Schutzengel würden wir nicht da stehen, wo wir heute sind. Er ist ein Teil meiner Familie geworden.“

Nikolaus kommt per Schiff

Am Nikolaustag wird Bischof Gothart Magaard im historisch-bischöflichen Gewand im Flensburger Hafen erwartet. Gegen 16 Uhr wird Schlepper „Flensburg“ mit ihm an Bord am Museumshafen anlegen. Schutzengel e.V. informiert mit einem Infostand über seine Arbeit. Das Programm beginnt um 15.30 Uhr.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 08:26 Uhr

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