Flensburg : Ein Buch für die fünf Stadtdenker

Gast- und Herausgeber: Bernd Köster, Horst Müller und Eiko Wenzel (Flensburger Baukultur, v.  l.) freuen sich über das gelungene Stadtdenker-Buch. Foto: Staudt
Gast- und Herausgeber: Bernd Köster, Horst Müller und Eiko Wenzel (Flensburger Baukultur, v. l.) freuen sich über das gelungene Stadtdenker-Buch. Foto: Staudt

Morgen Vorstellung und günstiger Vorab-Verkauf in der Bürgerhalle / Derzeit ist keine Neuauflage geplant

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20. November 2012, 06:16 Uhr

Flensburg | "Erzählen Sie uns von Flensburg!" Fünf mal richtete Bernd Köster diese Aufforderung an fünf ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, jeweils im Herbst der Jahre 2004 bis 2008. Sie war an den jeweils aktuellen Flensburger Stadtdenker gerichtet. Jetzt haben die Gastgeber der Stadtdenker als Abschluss des Projekts ein 100-seitiges Buch fertig gestellt, das die Gedanken und Ideen der Fünf in ebenso kompakter wie attraktiver Form bündelt. Morgen wird es im Rathaus präsentiert.

Die Stadtdenker waren ohne Vorbild. Stadtschreiber und Stadtdichter gab und gibt es hier und dort, aber Stadtdenker? Der freie Geist war gefragt bei diesem Projekt. Die Eingeladenen hatten keinerlei inhaltliche Vorgaben, sie durften aber auch keine Vorprägung hinsichtlich Flensburg mitbringen, sollten im Idealfall noch nie hier gewesen sein. "Sie durften machen, was sie wollten", erinnert sich Köster. Der Gastgeber, der Verein Flensburger Baukultur, half, wo er konnte, ob mit einem Termin beim Oberbürgermeister, einem Rundflug über die Stadt oder einem Boot, um auf die Förde zu gelangen. Fast schon legendär das Credo der ersten Stadtdenkers Arno Brandlhuber: "Der beste Platz der Stadt liegt in der Mitte der Förde." Bedingung waren ein Begrüßungsvortrag am Montag der Denkwoche und eine Abschlussveranstaltung am Ende, beide öffentlich.

"Es ging nicht um bestellte Gutachten", verdeutlicht Köster. "Wir brauchten helle Köpfe." Alle hätten ihre Aufgabe meisterhaft erfüllt, jeder auf unterschiedliche Art. "Wir wurden reich beschenkt." Es ging nicht darum, konkrete Vorschläge für den Alltag der Stadtplanung zu machen, sondern Denkanstöße zu geben. Wichtig war der unverstellte, neue Blick auf die Stadt.

Arno Brandlhuber, Gert Kähler, Elsebeth Gerner Nielsen, Udo Wachtveitl und Henri Bava - sie alle haben Spuren hinterlassen, vor allem in den Köpfen vieler Flensburger. Bavas Vorschlag, den Blick auf die Hafenspitze und damit die Förde zu ebnen, notfalls durch Wegnahme der Bahndämme, kommt in der aktuellen Diskussion zu neuen Ehren. "Ergebnisse sind natürlich schwer messbar", sagte Eiko Wenzel, einer der Gastgeber. Aber Udo Wachtveitls Anregungen für ein Gewächshaus an der Hafenspitze und eine Vorreiterrolle Flensburgs bei neuen Energien könnten Pate gestanden haben bei der Gründung des Klimapaktes. Elsebeth Gerner Nielsens "Feuerwerk an Ideen" haben die Neustadt voran gebracht, so Wenzel. In vielen Diskussionen werde bis heute auf die Stadtdenker verwiesen.

An eine Neuauflage des Projektes denke man dennoch nicht, so Köster. Das Projekt sei von Beginn an auf fünf Jahre beschränkt gewesen; man wolle die Idee nicht überstrapazieren. Sollte es zu einer zweiten Staffel kommen, werde man andere Berufsgruppen ins Visier nehmen, etwa Filmregisseure oder Musiker.

Doch zunächst kommt der gedruckte Rückblick. Für das Buchprojekt hat sich die Flensburger Baukultur mit der Gesellschaft für Stadtgeschichte zusammengeschlossen; deren Mitglieder erhalten den Band als Jahresgabe. Morgen bei der Vorstellung im Rathaus (19 Uhr) ist er ermäßigt für 10 Euro zu erhalten, danach kostet er im Buchhandel 14 Euro.

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