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Schule Friedheim Flensburg : Ein Biotop als Schulsportplatz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Leichtathletik-Training nicht mehr möglich – Leitung der Grundschule Friedheim sagt Bundesjugendspiele ab.

Krater und Grünwuchs in und auf der Sprintbahn, die Weitsprunganlage ein einziges Biotop, auf dem Gras wuchert und kleine Ahornbäumchen wachsen. Leichtathletik nicht mehr möglich. Jetzt machte die Leitung der Grundschule Friedheim nach einer Lehrerkonferenz Nägel mit Köpfen und zog die Konsequenz: Sie sagte die diesjährigen Bundesjugendspiele ab.

Ein einmaliger Vorgang in der Flensburger Schullandschaft – Eltern und die fast 300 Schüler sind schwer enttäuscht. Man sei zu diesem Schritt bedauerlicherweise gezwungen worden, erklärte die in zwei Monaten scheidende Schulleiterin Sybille Malzahn auf Tageblatt-Anfrage. Sie betonte gleichzeitig, dass es nicht nur um diesen einen Tag gegangen sei. Man habe auf der Anlage grundsätzlich nicht mehr trainieren können. „Und von untrainierten Kindern kann man auch keine Leistung erwarten“, sagt Sybille Malzahn. „Wie soll man in einer 20 Meter langen Sporthalle einen 50-Meter-Sprint üben?“ Auf dem Sportplatz sei das Verletzungsrisiko inzwischen viel zu hoch. Es hätte Alternativen gegeben, hält Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf dagegen und nennt Stadion, Schule Engelsby oder Fördegymnasium als Ausweichmöglichkeiten. „Es sind ja auch andere Schulen von Mängeln bei den Außenanlagen betroffen – diese haben auch Ersatz gefunden.“ Im Falle der Friedheim-Schule sei dies wohl nicht gewollt gewesen.

„Ein entsprechender Termin wäre mindestens ein halbes Jahr im voraus zu planen gewesen“, gibt Sabine Lange als Vorsitzende des Schulelternbeirats zu bedenken. Zudem würden in diesem Fall ein enormer Aufwand und Kosten entstehen. Dass der Schulsportplatz zu einem „Acker“ mutiert sei, „ist lange genug bekannt“. Im letzten Jahr habe man gerade noch die Kurve gekriegt und die Spiele stattfinden lassen können. Ihr Stellvertreter Karsten Scholz ergänzt, dass man 2016 angeboten habe, als Elterninitiative Abhilfe zu schaffen und die Anlage auf Vordermann zu bringen. „Das ist von der Schulleitung aus versicherungstechnischen Gründen abgelehnt worden.“

Sybille Malzahn wehrt sich gegen den Vorwurf, sie habe nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um den Kindern ein Training und die Bundesjugendspiele zu bieten zu können. „Seit bestimmt zwei Jahren weisen wir die Stadt auf den Missstand hin.“ Sie will nun erneut versuchen, mit dem Schulamt und der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen, um eine Lösung zu finden. „Ich bin für kreative Lösungen jederzeit offen.“

Das dürfte vor 2018 kaum gelingen. Clemens Teschendorf weist darauf hin, dass es derzeit andere Prioritäten gebe. „Wir nehmen in der Sommerpause zunächst die sanitären Anlagen der Schulen in Angriff.“ Die Kommunalen Immobilien seien derzeit mit Themen wie den geplanten Schulneubauten oder dem Rückbau der Unterkünfte für Asylbewerber beschäftigt. „Natürlich“, räumt er ein, „müssen die Sportanlagen nicht nur regelmäßig gepflegt und gewartet werden, sondern irgendwann auch erneuert.“ Das allerdings sei immer mit einem längeren Planungsvorlauf und fachübergreifender Abstimmung verbunden. Investitionen in diesem Sinne seien erst für nächstes Jahr geplant, „bevor wir hier mit Flickwerk anfangen“.

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erstellt am 06.Jun.2017 | 10:00 Uhr

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