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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 04:22 Uhr

Ein Bauernhaus wird zum Lebenstraum

vom

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brodersby | Es duftet verführerisch nach Frischgebackenem und das Aroma von Kaffee führt den Gast direkt in den hellen Gastraum, der ihn in schlichtem skandinavischen Stil willkommen heißt. Große Fenster locken das Licht hinein und bieten zugleich Ausblicke in die Landschaft von Brodersby. Ehe man es sich versieht, hat man an einem der liebevoll gedeckten Tische Platz genommen und eine freundlich strahlende junge Frau kommt zur Begrüßung um die Ecke - so soll es sein!

Das dachten sich auch Kerstin Tschekan und ihr Mann, als sie vor einiger Zeit mit dem Fahrrad unterwegs waren und das alte - zugegebenermaßen recht heruntergekommene - Bauernhaus entdeckten. "Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Haus, in dem wir Ferienwohnungen einrichten könnten", erinnert sich Kerstin Tschekan, "aber dieses wunderschöne Haus schrie förmlich danach ein Café zu werden." Der Hauptwohnsitz der Familie ist Kiel, aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit geht es nach Schwansen in die eigene Ferienwohnung. "Wir lieben die Landschaft und fühlen uns hier einfach wohl. Die Entscheidung, unsere Idee hier zu verwirklichen fiel schnell und dann haben wir sie in die Tat umgesetzt", erzählt Tschekan.

Die Umsetzung der Pläne nahm viel Zeit und Mühe in Anspruch. Das 100 Jahre alte Haus war in einem Zustand, der einige tiefgreifende Sanierungsarbeiten erforderte. Kein Stein blieb auf dem anderen. Das Haus wurde entkernt, Fußböden, Fenster und Elektrik wurden komplett erneuert, der marode Stall musste abgerissen werden - was zusätzlich viel Licht brachte, das Dach wurde neu gedeckt und schließlich die Wände neu verputzt. "Demnächst werden draußen noch Terrassen für 50 bis 60 Gäste entstehen", freut sich Tschekan.

Das Geschäft läuft gut, lediglich hier und da sind noch Außenarbeiten zu erledigen. Zeit für Tschekan die Zügel allmählich aus der Hand zu geben und ihrer Geschäftsführerin Claudia Hannemann das Feld zu überlassen. "Ich bin in der Lehrerausbildung tätig und habe gar nicht die Zeit immer hier zu sein. Außerdem mache ich nur alle verrückt, wenn ich mitarbeite", muss Tschekan schmunzeln. "Claudia und ich haben die gleichen Vorstellungen und Interessen; in Sachen Café gehen wir ganz konform. Deshalb bin ich froh, dass ich sie gefunden habe", erzählt sie. Ebenso froh darüber ist Hannemann. "Für mich hat sich mit dem Kuchenhaus ein Lebenstraum erfüllt", strahlt sie. "Ich habe als Serviceassistentin in einem Krankenhaus gearbeitet. Nun mache ich hier, was ich am besten kann: Menschen betüddeln und backen", schmunzelt sie.

Und backen kann sie! Die Torten und Kuchen sind ein Traum. Selbstverständlich ist alles frisch und selbstgemacht. "Im Augenblich kreieren wir gerade die Kuchenhaustorte, eine Torte, die es nur bei uns geben wird", verrät Hannemann.

Dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat, haben Tschekan und Hannemann bereits während der umfangreichen Sanierung gespürt: "Die Leute in Brodersby sind ganz phantastisch. Bei unserer Eröffnung im März standen sie alle vor unserer Tür." Inzwischen ist das Kuchenhaus ein fester Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft geworden. Die Hebammen treffen sich hier mit ihren werdenden Müttern und Kaffeekränzchen haben sich auch schon gefunden. "Man trifft sich gerne in Brodersby", weiß Tschekan.

Neben Kaffee und Kuchen, möchte sie auch ein kulturelles Programm anbieten. Ganz oben auf der Liste stehen Lesungen mit regionalen Autoren. Ab sofort kann man am Sonntagabend im Kuchenhaus den Tatort anschauen und gemeinsam auf Mörderjagd gehen. Auch für die eigentliche Idee, nämlich ein Haus mit schönen Ferienwohnungen auszustatten, bot das Bauernhaus genügend Platz.

In der ersten Etage hat Tschekan drei Wohnungen eingerichtet. "Noch sind sie jungfräulich, aber die ersten Anmeldungen haben wir bereits", freut sie sich. Das Konzept scheint aufzugehen und Brodersby ist um ein Highlight reicher. Und auch Tschekan ist zufrieden: "Wir fanden immer, dass es hier noch ein schönes Café geben müsste, so richtig gemütlich - das haben wir nun!"

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