Schifffahrtsmuseum : Ein Außenposten für den Übergang

Platz für große Exponate: Museumsleiter Thomas Overdick wartet wie die Baufirmen auf besseres Wetter, damit es mit dem Neubau im Hof weitergehen kann. Foto:  Foto: dewanger
Platz für große Exponate: Museumsleiter Thomas Overdick wartet wie die Baufirmen auf besseres Wetter, damit es mit dem Neubau im Hof weitergehen kann. Foto: Foto: dewanger

Das Schifffahrtsmuseum nimmt Quartier im ehemaligen "Fährkrog" an der Schiffbrücke. Die Um- und Neubauten sind Ende März zu besichtigen.

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22. Februar 2011, 11:14 Uhr

Flensburg | Seit drei Wochen ist das Schifffahrtsmuseum geschlossen. Derzeit ist es fest in der Hand der Bauarbeiter unterschiedlicher Gewerke. Die Wiedereröffnung des völlig umgestalteten Museums wird noch über ein halbes Jahr auf sich warten lassen. Deshalb hat Museumsleiter Thomas Overdick jetzt einen Außenposten eröffnet: Im früheren "Fährkrog" in unmittelbarer Nachbarschaft sollen verhinderte Besucher "aufgefangen" werden, die in Unkenntnis der Umbauarbeiten vor den verschlossenen Türen des alten Zollpackhauses gestanden haben.
"Urlauber und Gäste werden oft nicht erreicht", weiß Overdick. Und außerdem: "Wir müssen präsent bleiben" - trotz Schließung und Bauarbeiten. Das Haus Schiffbrücke 37-39 sei vom Verein Historischer Hafen angemietet worden, der habe es ans Schifffahrtsmuseum weitervermietet. In dem früheren Gasthaus kann sich der Besucher bei freiem Eintritt über die Umbau- und Ausstattungspläne des Museums informieren und sich im Shop mit Rum, Büchern, Plakaten und allerlei maritimen Souvenirs eindecken. Objekte des "Maritime Art Project", mit dem sich das Schifffahrtsmuseum in die Umbauphase verabschiedet hatte, sorgen in dem Raum für ein kunstvoll-maritimes Ambiente: ein Mobile aus lauter Kapitänsköpfen hängt von der Decke, und zwei lebensgroße Holzfiguren von Johannes Cas persen schauen aus dem Fenster auf den Hafen.
Die Architektenpläne und die farbigen Skizzen von Rainer Prüß machen neugierig und wecken Vorfreude auf das völlig neue und umgekrempelte Schifffahrtsmuseum nach der Wiedereröffnung. Der Rohbau der neuen Halle im Hof zwischen Zollpackhaus und ehemaliger Landesbezirkskasse wird hinter haushoher Glasfassade demnächst Antriebstechnik präsentieren. Das "Hinterhaus" hat bereits seine neue Struktur erhalten, die deutlich die Handschrift der Museumsarchitekten Sunder & Plassmann trägt: Große helle Räume, deckenhohe Durchgänge. Hier wird die Westindienfahrt erläutert, einschließlich einer kleinen Baumwollplantage und des Rum-Museums, ein Stockwerk höher geht es um die Geschichte der FSG und der Fördeschifffahrt. Als Clou plant Overdicks Team auf der verwilderten Fläche hinter dem Haus ein kleines Flachs-Feld. Aus den Produkten sollen Seile hergestellt werden.
Am Sonntag, 27. März, 11 bis 17 Uhr, lädt das Museum zum Bergfest mit Führung durch die Räumlichkeiten ein. Fährkrog: Di-So 10 bis 17 Uhr, Eintritt frei.

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