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Rüder See in Glücksburg : Ehemalige Prachtvilla von Marco Hahn in der Zwangsversteigerung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das im Jahr 2000 vom Unternehmer Marco Hahn gebaute Luxushaus soll mit einem Wert von 4,2 Millionen Euro zu Geld gemacht werden.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 18:26 Uhr

Flensburg/Glücksburg | Sie schläft seit Jahren einen Dornröschenschlaf. Jetzt versucht das Flensburger Amtsgericht, sie wach zu küssen – die prächtige Villa im klassizistischen Stil am Rüder See in Glücksburg. Das einst von dem Unternehmer Marco Hahn gebaute und bewohnte Haus ist in der Zwangsversteigerung. Es wird auf der Seite des bundesweit aktiven Dienstleisters Hansen Marketing mit einem Verkehrswert von 4,17 Millionen Euro angeboten.

Als Hahn die Villa zu Beginn des Jahrtausends bauen ließ, sorgte das Bauvorhaben unweit der Glücksburger Hauptstraße für jede Menge Gesprächsstoff sowohl in Flensburg, wo Hahn – seinerzeit gerade mal Anfang 30 – wirtschaftlich aktiv war, als auch in Glücksburg. Das lag nicht nur an der auffälligen, sich an historischen Vorbildern orientierenden Bauweise, sondern auch an den schlichten Dimensionen des Hauses.

Im Wertgutachten werden 2152 Quadratmeter als Bruttogrundfläche angegeben, davon 1652 als Wohn- und Nutzfläche. Allein das Kellergeschoss ist 667 Quadratmeter groß, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss jeweils rund 330 Quadratmeter. Im Dachgeschoss kommen noch einmal 280 Quadratmeter hinzu. Das Grundstück ist 8685 Quadratmeter groß. Alle Zahlen stammen aus der öffentlich zugänglichen Objektbeschreibung. Demnach steht das Haus seit etwa acht Jahren leer, es wird jedoch durch einen Hausmeister betreut.

Hahn lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in Meggen am Luzerner See; er bewohnte dort eine Villa direkt am Seeufer. Bevor er in die Schweiz übersiedelte, hat er die Glücksburger Villa noch für acht Millionen Euro verkauft – an seine Ehefrau. Laut Wertgutachten betrug der Herstellungswert im Jahr 2000 „nur“ knapp drei Millionen Euro, was angesichts der Dimensionen und der Ausstattung als günstig erscheinen mag.

Im Jahr 2005 war das Haus schon einmal von einem Makler auf dem Immobilienmarkt angeboten worden. Ob die Villa zuletzt noch Marco Hahns Frau gehört hat, ist nicht bekannt. Unter den Gläubigern ist jedenfalls die Nord-Ostsee-Sparkasse, deren Telefonnummer in dem Aufruf zur Zwangsversteigerung vermerkt ist. Die Nospa erteilt in dieser Angelegenheit jedoch – wie zu erwarten war – keine Auskunft. Marco Hahn hat einige Fragen zu der Villa, die ihm Freitagvormittag per Mail gestellt worden waren, ebenfalls bis zum Abend nicht beantwortet.

Nur wenige Menschen kennen den mondänen Prachtbau von innen. Auffällig ist die offene Bauweise mit einer rundum laufenden Galerie im ersten und zweiten Obergeschoss; vom Foyer im Erdgeschoss fällt der Blick auf den Sternenhimmel ganz oben unterm Dach.

Die Ausstattung der Villa ist, wie der Beschreibung im Angebot zu entnehmen ist, der reine Luxus: Swimmingpool mit Gegenstromanlage, 3,50 Meter hohe Räume mit drei Meter hohen Türen, Billardzimmer, mehrere Bäder, mehrere Küchen, Sauna, Weinkeller, Fitnessraum, Kamine, eine Bar, eine Tiefgarage mit üppigen Ausmaßen und einer Drehscheibe für Kraftfahrzeuge.

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