zur Navigation springen

Kreis Schleswig-Flensburg : Eggebek debattiert über Baumschutz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Neues Ortsrecht für alle Bürger? Ein Antrag auf Erlass einer Satzung soll zunächst im Umweltausschuss beraten werden.

Eggebek | Eine kontroverse Diskussion in der Gemeindevertretung Eggebek löste der Antrag der FWE-Fraktion auf Erlass einer Baumschutzsatzung aus. Den Antrag begründete Stefan Andresen: „In den letzten zwei Jahren sind, vorwiegend durch die Gemeinde selbst, zahlreiche Bäume im Ort gefällt worden. Diese Fällungen hätten im Einzelfall ausführlicher durch die Gemeindevertretung diskutiert werden sollen. Dadurch hat sich das Dorfbild verändert.“

Torsten Pilz von der AbfE-Fraktion hielt den Erlass einer Satzung für überzogen. „Wir schaffen ein Übermaß an Bürokratie mit so einem Ortsrecht, das dann auch für alle gilt. Wir haben im letzten Jahr sehr intensiv über Baumfällungen in der Gemeindevertretung diskutiert und mit dem Be-schluss, den Bauausschuss in jedem Einzelfall mit der Entscheidung zu beauftragen, eine vernünftige Regelung gefunden,“ entgegnete er.

Auch Bent Petersen für die CDU und Manfred Böhrnsen für die EWG sprachen sich gegen den Erlass einer Satzung aus, da durch das Schaffen allgemeinen Ortsrechts der Bürger gegängelt würde.

Bürgermeister Willy Toft erinnerte daran, dass die Gemeinde im Frühjahr auch umfangreiche Neupflanzungen von Eichen am Thingplatz und in der Norderstraße durchgeführt hat.

Aus der Zuhörerschaft wurde vom ehemaligen Bauausschussvorsitzenden Thomas Hinrichsen darauf hingewiesen, dass trotz der Vorgaben des Bauausschusses bei den Knickpflegearbeiten am neuen Baugebiet beinahe die Drillingseiche mit gefällt worden wäre, obwohl dieser Baum ausdrücklich nicht gefällt werden sollte.

Sybilla Nitsch empfand „die Diskussion über den Nutzen und Bestand an Bäumen schon als Wert an sich und schlug vor, dieses Gespräch im Bau- und Umweltausschuss als Fachgremium fortzusetzen – mit dem Ziel, eine Grundsatzregelung für die gemeindeeigenen Bäume zu erarbeiten. Dem schloss sich die Mehrheit der Gemeindevertretung an.

Für die neue Naturgruppe, die die beiden Kindergärten Eggebek und Langstedt im September auf dem Gelände beim Jugend- und Kinderzentrum einrichten, wird die Gemeinde auf dem Gelände noch eine Schutzhütte aufstellen. Sie dient als Rückzugsort bei extrem schlechtem Wetter. Daneben, so war man sich einig, kann auch der Bauwagen der Jugendgruppe auf dem gleichen Gelände mitgenutzt werden. Die Kosten werden auf 5000 Euro geschätzt. Ein entsprechender Bauantrag ist bereits eingereicht.

Mit dieser Naturgruppe wird nicht nur das inhaltliche Angebot der Kinderbetreuung erweitert. In der Kita „Beek-Spatzen“ wird eine Regelkindergartengruppe in eine altersgemischte Gruppe umgewandelt, wodurch bis zu acht Krippenplätze entstehen. In diesem Zusammenhang beschloss die Gemeindevertretung, den Außenspielbereich für die Krippenkinder in der Berliner Straße neu zu gestalten und dort drei weitere Spielgeräte für die Jüngsten aufzustellen. Die Kosten in Höhe von 4000 Euro werden aus Spenden finanziert. Stefan Andresen als Vorsitzender des Finanzausschusses berichtete in diesem Zusammenhang, dass reges Interesse an der Naturgruppe besteht und dass für interessierte Eltern der beiden Kindergärten am 1. Juni eine Infoveranstaltung durchgeführt wird, bei der auch die beiden neu eingestellten Erzieherinnen vorgestellt werden.

Den Haushaltsabschluss 2016 erläuterte Finanzausschussvorsitzender Stefan Andresen. Er konnte berichten, dass durch Mehreinnahmen bei den Gewerbesteuern, die sich im letzten Jahr gegenüber der Ursprungsschätzung auf 1,5 Millionen Euro verdoppelt haben, ein Überschuss von rund 650  000 Euro gegenüber der Planung zu verzeichnen gewesen ist. Mit zu diesem Überschuss trugen auch geringere Aufwendungen bei den Schulkostenbeiträgen für auswärtige Schüler in Höhe von 60  000 Euro, eine Rückzahlung des DRK-Kreisverbands für den Kindergartenbetrieb 2015 in Höhe von 55  000 Euro sowie die Abwicklung der alten Rettungswache mit Einnahmen von 40  000 Euro bei.

Im Vermögenshaushalt konnten durch den schnellen Verkauf der neu erschlossenen Bauplätze 300  000 Euro Grundstückskauferlöse vorzeitig eingenommen werden. Da die hohen Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten beiden Jahren durch Anrechnung im Finanzausgleich zu Ausfällen bei den Finanzzuweisungen führen werden, wurden 160  000 Euro in einer speziellen Rücklage angelegt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen