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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 14:33 Uhr

125 Jahre FSTuG : EDV-Kenntnisse sind Pflicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Holztechnik-Absolventen der Fachschule für Technik und Gestaltung besetzen in unterschiedlichen Firmen Schlüsselpositionen mit Verantwortung.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Flensburg | Vor 125 Jahren wurde die Werkkunstschule Flensburg vom Möbeltischler und Bildschnitzer Heinrich Sauermann gegründet. Heute ist sie als Fachschule für Technik und Gestaltung Teil der Eckener-Schule. Zum Jubiläum stellt das Tageblatt in einer Serie die Bildungsgänge der Einrichtung vor.Heute: Holztechnik.

„Tischlerei Martensen, Sie sprechen mit Klaas Petersen.“ Bei einem Telefonat mit der Firma Martensen in Struckum kommt Hendrik Toben, Lehrer für Holztechnik an der Fachschule für Technik und Gestaltung (FSTuG), kaum an seinen ehemaligen Studierenden vorbei. Nicht nur der Chef selbst hat seine Aufstiegsfortbildung zum Holztechniker in Flensburg absolviert, sondern auch vier weitere Angestellte in seinem Unternehmen haben sich aus dem Tischlerberuf heraus weitergebildet und besetzen verantwortungsvolle Schlüsselpositionen.

Klaas Petersen hat beispielsweise von 2007 bis 2009 an der Fachschule für Technik und Gestaltung seinen staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Holztechnik absolviert. Mit dieser Qualifikation war er genau die richtige Besetzung für eine Stelle, die Betriebsinhaber Oke Martensen gerade ausgeschrieben hatte. Seitdem ist Petersen in der Tischlerei Martensen für die Abwicklung der Aufträge im Bereich Fensterbau verantwortlich. Er bearbeitet an seinem PC-Arbeitsplatz die Kalkulation der Aufträge, konstruiert Sonderlösungen, verfasst Stücklisten, bestellt das Holz, die Beschläge, das Glas und steuert die Fertigung der Bauelemente.

Oke Martensen, 47 Jahre alt, hat den Tischlereibetrieb 2001 von seinem Vater Fritz Martensen übernommen. Um sich darauf vorzubereiten, absolvierte er zunächst eine Tischlerlehre und arbeitete dann als Geselle in verschiedenen Tischlereien. Im Anschluss besuchte er von 1993 bis 1995 die Fachschule für Technik und Gestaltung in Flensburg. „An meine Schulzeit in der Werkkunstschule erinnere ich mich sehr gerne“, schwärmt Martensen, „mit der Technikerklasse von damals stehe ich immer noch in gutem Kontakt, und ich freue mich auf das Wiedersehen bei der Jubiläumsfeier der Schule.“ In der Weiterbildung kamen junge, interessierte Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen. „Neben der fachlichen Fortbildung hat die Technikerschule uns alle auch persönlich ein großes Stück voran gebracht“, erklärt Martensen. Als fertig ausgebildeter Techniker absolvierte er zusätzlich die Prüfung zum Tischlermeister, indem er sein Meisterstück baute. Die Vorbereitung auf die anderen Teile der Meisterprüfung erfolgte auch damals schon als Zusatzangebot der Technikerschule.

Seinen Betrieb, der das volle Sortiment an Tischlerarbeiten anbietet, führt Martensen mit großer Innovationsbereitschaft. Als junger Techniker führte er damals die EDV ein, um damit die Zeitwirtschaft des Betriebs zu steuern und die Angebotskalkulation zu vereinfachen. Die Tischlerei ist seitdem von zehn auf 34 Mitarbeiter gewachsen, und mittlerweile werden für nahezu alle betrieblichen Abläufe aktuelle Softwareprogramme eingesetzt.

Wenn Martensen einen Techniker im Büro einstellt, erwartet er, dass die Fachschule ihn auf die Arbeit mit Programmen zur Tabellenkalkulation, zum Konstruieren und Ansteuern der Holzbearbeitungsmaschinen vorbereitet hat. „Auch wenn die Routine erst mit der beruflichen Praxis kommt, sehe ich im Besuch der Fachschule eine optimale Vorbereitung“, fasst der Unternehmer zusammen. „Meinen Auszubildenden empfehle ich immer, sich für die weitere berufliche Qualifikation auch die Fachschule in Flensburg anzusehen.“

Und so geht die gemeinsame Geschichte der Tischlerei Martensen mit der Fachschule für Technik und Gestaltung bereits nach den Sommerferien weiter: Die Tischlergesellin Jana Ronnebeck beginnt im August ihre Weiterbildung in Flensburg. Und in zwei Jahren wird sie möglicherweise das Telefon abnehmen.

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