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Denkmäler in Flensburg : Eckenerhaus schon wieder verkauft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neuer Eigentümer im Gespräch mit Denkmalbehörde / Chance als Teil der deutsch-dänischen Kulturachse? / Wasserschaden nicht behoben

Das Elend um das betagte Eckenerhaus an der Norderstraße geht weiter – vorerst. Eine konkrete Perspektive oder gar eine neue Nutzung ist immer noch nicht in Sicht. Seit Jahren wandert das Gebäude von einer Hand zur nächsten. 2015 wurde es erneut veräußert: Neuer Besitzer ist die HR Flensburg GmbH mit Sitz in Dreieich bei Frankfurt/Main, offenbar eine eigens für den Kauf gegründete Gesellschaft. Das Eckenerhaus war Teil eines größeren Immobilienpakets mit rund 40 Posten. Auf Anfrage des Tageblatts wurde mitgeteilt, dass derzeit noch nichts Konkretes zu sagen, man aber in Gesprächen mit der Denkmalbehörde sei und ab Mitte April womöglich etwas sagen könne.

Ein Hoffnungsschimmer könnte die Aufnahme in die Gesamtmaßnahme der deutsch-dänischen Kulturachse sein (wir berichteten). Dadurch können öffentliche Gelder für eine Sanierung des Hauses abgerufen werden. „Es wird eines der Themen sein“, sagte der städtische Denkmalpfleger Eiko Wenzel. Und: „Es ist angezeigt, dass wir damit Erfolg haben.“

Denn die Trauergeschichte des Eckenerhauses währt schon seit Jahren. Alle Gastwirte des früheren „Alt-Flensburger Hauses“ sind gescheitert, keiner konnte hier wirklich Fuß fassen. Negativer Höhepunkt war 2011 ein schwerer Wasserschaden: Tagelang drang aus einem Leck heißer Wasserdampf in das betagte Gebäude. Der Schaden wird auf über 600  000 Euro taxiert, und es ist völlig offen, wer ihn trägt. Während der Insolvenz des früheren Eigentümers, einer VSG Flensburg GmbH, war das Haus offenbar nicht ausreichend versichert. Der Streit zwischen Insolvenzverwalter und Versicherung ging offenbar vor Gericht – mit dem Ergebnis, dass die Versicherung nicht zahlen muss.

Das Eckenerhaus mit der Adresse Norderstraße 8 wurde ab dem 16. Jahrhundert gebaut, die Barockfassade stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts lebte hier die Familie Eckener, die in dem Haus einen Zigarren- und Gewürzhandel betrieb. Im 20. Jahrhundert war es als Restaurant „Alt-Flensburger Haus“ bekannt. 1996 übernahm ein Bürgerverein das Haus, bemühte sich letztlich aber vergeblich um eine erfolgreiche Bewirtschaftung. Der letzte Gastronom strich 2008 die Segel; seitdem steht das Haus leer.

Zuletzt war es im Gespräch als möglicher Standort für ein stadthistorisches Museum, das es in Flensburger immer noch nicht gibt. Doch schnell wurde klar, dass die Investitionen hierfür beträchtlich sein würden.

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erstellt am 04.Apr.2016 | 08:12 Uhr

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