zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

21. August 2017 | 07:24 Uhr

Echte Kerle in Frauenkleidern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Niederdeutsche Bühne geht mit weniger Zuschuss und ohne den Renner „Barfoot bet an’n Hals“ in die neue Spielzeit

40 000 Euro muss Rolf Petersen in dieser Spielzeit einsparen. So richtig weiß er noch nicht, wie ihm das gelingen soll. „Viel kürzen kann man eigentlich nicht mehr“, sagt er. Also, die Einnahmen erhöhen durch erfolgreiche Vorstellungen. Da setzt Petersen, Leiter der Niederdeutschen Bühne Flensburg, auf ein abwechslungsreiches Repertoire und vor allem auf vier echte Kerle in Frauenkleidern. „Keerls dörch un dörch“, so hofft der NDB-Intendant, könnte so etwas wie der Nachfolger des bislang erfolgreichsten NDB-Stücks aller Zeiten werden – „Barfoot bet an’n Hals“.

Die abgelaufene Spielzeit war die erste ohne „Barfoot“, das der NDB in 112 Vorstellungen insgesamt 54 000 Zuschauer bescherte. „Dadurch hatten wir in der Saison 2012/13 rund 4600 Besucher weniger als in der Spielzeit davor.“ Knapp 25 000 waren es dennoch, und dafür hieß es insgesamt 182 Mal „Vorgang auf“. Damit ist man Spitzenreiter unter den Niederdeutschen Bühnen in Schleswig-Holstein. 36 Vorstellungen liefen im großen, professionellen Stadttheater, die meisten – 146 – jedoch im kleinen, kuscheligen Studio „to hus“ in der Augustastraße.

Vor kurzem hat die Bühne einen neuen Vertrag mit der Stadt Flensburg über eine Förderung bis 2020 abgeschlossen – allerdings mit einem deutlich niedrigeren Zuschuss als bisher. 168 000 Euro erhält die NDB jetzt pro Jahr, 40 000 muss Petersen einsparen.

Als Frequenzbringer läuft die erfolgreiche Komödie „Keerls“ auch zukünftig im Stadttheater, so auch erstmals wieder am 29. September; diese Vorstellung ist aber so gut wie ausverkauft. Die nächste Vorstellung, für die man Karten bekommt, ist dann erst wieder am 28. Oktober, ebenfalls im Stadttheater.

Die erste Premiere der neuen Saison ist am 7. September. „In dien Ogen“ ist ein Zwei-Personen-Stück – es spielen Gesa Retzlaff und Bent Larsen – von Frank Pinkus, in dem es um die Begegnung einer erfolgreichen Anwältin mit dem etwas schrägen Typen Karl geht. „Ein tolles Stück“, sagt Rolf Petersen und ist selbst sehr gespannt auf die Umsetzung.

In Erinnerung an den 2012 verstorbenen Konrad Hansen, einer der Vorgänger Petersens an der Spitze der NDB, nimmt die Bühne dessen Lustspiel „Mit Geföhl und Wellenslag“ ins Programm, bei dem Rolf Petersen selbst Regie führen wird. Premiere ist am 5. Oktober.

Richtig großes Theater steht dann ab 7. Dezember auf dem Spielplan. Allein 25 Akteure stehen auf der Bühne, wenn sich die NDB „Dat Speel vun Doktor Faustus“ in einer niederdeutschen Adaption des Goethe-Klassikers zur Brust nimmt. Sogar live gespielte Musik wird aufgeboten.

Schwarzer Humor spielt eine nicht unerhebliche Rolle in der Komödie „Pension Sünnenschien“, in der es um den Aufstand der „Insassen“ einer unmenschlich geführten Senioreneinrichtung geht. Premiere dieser Komödie mit düsterem Unterton ist am 1. Februar im Stadttheater.

Eine Uraufführung kann am 15. März im Studio gefeiert werden. Arne Christophersen, selbst schon häufig Mime bei Stücken der NDB, hat das sehr feinfühlige Stück „Ünner’t Lüchtfüer“ verfasst, in dem es um die Begegnung des jungen, unbekümmerten Bengt mit dem grausam-despotischen Leuchtturmwärter Paul Gebhardt geht. Die letzte Premiere der Spielzeit ist am 10. Mai der niederdeutsche Klassiker „Opa ward verköfft“. Regie führt Klaus Esch.

Als großes vorweihnachtliches Kinderstück zeigt die NDB in diesem Jahr ab 15. November den Klassiker „Urmel aus dem Eis“. Silvia Wieland, Rita Gäbler und Raimund Heusch legen ihre erfolgreichen Revuen „Liebe Leben Lovetoys!“ und „In Vino Musica“ wieder auf. Dazu kommen unterhaltsame plattdeutschen Begegnungen in den Reihen „Bi Punsch un Pepernööt“, „Bi Kaffe und Koken“ und beim Frühschoppen. Die Zeichnung der Abos ist noch bis 4. Oktober im Büro der NDB an der Augustastraße möglich.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Aug.2013 | 22:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen