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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 09:21 Uhr

Ebola: Uni-Austausch mit Afrika macht Pause

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

21 Studierende der Flensburger Uni setzen wegen Risiko Ghana-Austausch aus

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 12:10 Uhr

Namibia, Uganda und Südafrika sind alternative Ziele derjenigen Studenten der Flensburger Europa-Universität, die ihre Studienvorhaben in Ghana aufgrund des Ebola-Risikos im September nicht antreten konnten. Wie die Pressestelle der Uni erklärt, erhielten die zuständigen Hochschul-Lehrer „über die deutsche Afrika-Gesellschaft und die ghanaische Botschaft die Information, dass Schulen und Hochschulen in Ghana nach der Sommerpause auf unbestimmte Zeit geschlossen blieben“. Praktika und Recherchen schienen nicht realisierbar; das Präsidium legte daher den betroffenen 21 Studierenden nahe, „nicht nach Ghana zu reisen, und bot ihnen Praktikumsplätze in Schleswig-Holstein an“.

Professorin Bea Lundt am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik ist stolz auf ihre Studenten, die selbstständig versucht hätten, in nicht gefährdeten Ländern in Afrika unterzukommen. So wie Sarah Dreyer. Die 25-Jährige, die Germanistik und Religion auf Lehramt studiert, hospitiert derzeit an einer deutschen Schule im südafrikanischen Durban.

Bea Lundt war selbst als Studentin in Ghana. Insbesondere angehenden Lehrern wünscht sie diese einzigartigen Erfahrungen. Es sei etwas anderes, ob man die Erkenntnisse aus Medien bezieht oder „ob man das selbst erlebt“, sagt Lundt. Sie appelliert an die Studenten, „so früh wie möglich in Dialog“ zu treten, und zwar „durch Arbeiten“. Die Professorin bereiste das westafrikanische Land vor fünf Jahren, um Kontakte zur University of Education Winneba zu knüpfen, der für die Lehrerausbildung in Ghana wichtigsten und mit damals 5000 Studierenden zu Flensburg passenden Hochschule.

Inzwischen habe sich die Zahl der Studenten an der Uni Winneba verzehnfacht, sagt Lundt und begründet das mit der Akademisierung des Lehrerberufs in Ghana und der Methode der Distance Education. Und inzwischen hat sich die Kooperation der deutschen und ghanaischen Hochschule verfestigt – auf der Grundlage eines Abkommens. Als zentrale Kontaktperson aus Ghana nennt Lundt ihren Kollegen Professor Yaw Ofosu-Kusi, der drei Semester in Flensburg zu Gast war und mit den Vorbereitungen der deutschen Studenten auf ihre Praxissemester in Ghana half. Seit 2009 reise jährlich eine Gruppe Flensburger ins Partnerland, um Schulpraktika zu absolvieren oder für die Masterarbeit zu forschen. Wenn nicht ein Virus dazwischenkommt.

Bea Lundt bestätigt, dass sich die Flensburger Universität in guter Gesellschaft aller anderen europäischen Länder befindet und aus „Verantwortung gegenüber den Studierenden“ derzeit keine Nachwuchswissenschaftler nach Ghana schickt.

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