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Tour de Flens 2017 : E-Mobilität kommt auf Touren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Veranstalter melden Teilnehmerrekord und gute Laune bei der 6. Tour de Flens.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 07:49 Uhr

Mit 50 Elektro-Autos und Motorrädern aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz und mehr als achtzig Passagieren wurde bei der Tour de Flens 2017 nicht nur quantitativ ein neuer Teilnahmerekord erreicht, auch die Palette der Fahrzeuge und Mitwirkenden war einzigartig. Im elektrischen Serien-BMW war Mitfahren ebenso erwünscht wie in selbst umgerüsteten Golf, Porsche 911 und fünfzehn weiteren Fahrzeug-Typen. Trotzdem mussten aufgrund deutlich erhöhter Akku-Kapazitäten weniger Fahrzeuge beim Start in Sonderburg und bei der Ankunft in Glücksburg geladen werden als noch vor einigen Jahren. „Wir brauchen eine Energiewende auch im Verkehrsbereich, und hier sehen wir, dass sie technisch möglich ist, wenn wir wollen“, waren sich der Geschäftsführer von Project Zero Sonderburg, Peter Rathje, und Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck bei ihren Grußworten einig.

Begrüßt wurde das Teilnehmerfeld bei Sonderburg Forsyning, den Sonderburger Versorgungsbetrieben, zudem von den kommunalen Spitzen aller beteiligten Städte: Sonderburgs Bürgermeister Erik Lauritzen, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und die Bürgervorsteherin Dagmar Jonas aus Glücksburg freuten sich gemeinsam über das Grenzen überwindende Event, das zu einem fruchtbaren Wettbewerb der Ideen geworden ist, wie Werner Kiwitt, Geschäftsführer der Artefact gGmbH für globales Lernen und lokales Handeln und Initiator der Tour de Flens, betonte: „Der Austausch untereinander soll zu besser abgestimmten Initiativen etwa bei Ladesäulen beitragen, aber auch zu besserer Akzeptanz und Bürgerbeteiligung.“ So luden Dorpsmobil-Gründer aus Klixbüll und Sprakebüll ebenso zur Mitfahrt ein wie Ferienhausbetreiber aus Gelting und Nordstrand, die erfolgreich E-Fahrzeuge an Urlaubsgäste vermieten.

Der mit bunten Wimpeln ausgestattete Fahrzeug-Konvoi von mehreren hundert Metern sorgte bei der Fahrt durch die Innenstädte ebenso für Aufsehen wie an den Zwischenstopps wie der Dübbeler Windmühle und bei Annie und Fjordperle in Sonderhav, wo ein lukullischer Hotdog-Vergleich anstand. Beim nächsten Stopp in Pattburg erfuhren die Teilnehmer von Bjarne Hermansen, wie die dortige Wärmegenossenschaft seit einem Jahr ein Solarkollektorfeld von der Größe dreier Fußballfelder betreibt, um hunderte Haushalte im Sommerhalbjahr mit Warmwasser zu versorgen.

Am Citti-Park Flensburg wurde der Konvoi bereits beim E-Mobilitätsmarkt von Henning Brüggemann, dem Flensburger Klimapakt-Vorsitzenden, und von der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack erwartet. Drei Tage lang stellten dort Autohäuser neueste E-Fahrzeuge aus und luden zu Probefahrten ein.

Die nächste Etappe führte bei bestem Frühlingswetter zur Glücksburger Promenade in Sandwig. Das Strandhotel hatte dort zwei Ladesäulen für Tesla und andere E-Fahrzeuge in Betrieb genommen, was nicht nur Felix Callsen-Bracker von „gp joule“ in einem von fünf mitfahrenden Teslas erfreute, sondern auch Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold, die kurz auf die Förderprogramme des Landes und des Bundes zu öffentlichen Ladesäulen einging.

Der nächste Zwischenstopp war auch für Insider Neuland: Ralf Naumann von „Enerparc“ stellte den Teilnehmern die große Photovoltaik-Anlage vor, die seit 2016 auf einem ehemaligen Deponie-Standort hinter dem städtischen Bauhof der Ostseestadt in Betrieb ist. Abschließend konnte Werner Kiwitt zusammen mit Jan Obernauer aus Ladelund eine weitere Ladesäule auf dem Artefact-Gelände einweihen, die mit 22 KW und Typ- 2-Stecker eine willkommene Ergänzung zu der ersten Ladesäule ist, die bereits vor zehn Jahren für die Übernachtungs- und Tagesgäste installiert wurde. In diesem Sommer steht den Artefact-Gästen auch erstmals ein elektrisches Leihfahrzeug zur Verfügung.

Mit „Skol“ und „Prost“ wurde der fachliche Austausch beim Aftertour-Flens am Grill und mit musikalischer Begleitung des Liedermachers Richardt Nielsen fortgesetzt, bis mit aufgeladenen Akkus der Heimweg angetreten werden konnte. Erfahrene und Erstmals-E-Fahrer waren sich einig, dass die Elektromobilität kurz vor dem Durchbruch steht. Ideen und Ziele für die nächste Tour werden schon gesammelt.
 

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