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Flensburger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 04:02 Uhr

Flensburger Bahnhof : Durchreisende in Angst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Da auf dänischer Seite stichprobenartig kontrolliert wird, bleiben zunächst mehr Flüchtlinge in der Stadt.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Sie saßen auf Decken, Rucksäcken oder Bänken und stärkten sich mit frischem Obst, Kuchen oder Schokolade: Erschöpft von ihrer Reise quer durch Europa haben gestern hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Schweden im Flensburger Bahnhof Station gemacht. Bereits am Morgen hatten sich die Helfer von „Refugees welcome Flensburg“ auf einen größeren Ansturm Geflohener aus dem Nahen Osten eingestellt, nachdem aus Hamburg die Meldung durchgedrungen war, dass der Hauptbahnhof aus allen Nähten platze. Rund 1300 sogenannte Transitflüchtlinge wollten ihre Reise nach Flensburg fortsetzen. „Offenbar hat die dänische Polizei ihre Präsenz im grenznahen Bereich deutlich aufgestockt“, berichtete die Flensburger Landtagsabgeordnete Simone Lange am Mittag. Seit dem Vorabend hätten dort viele Kontrollen stattgefunden.

Werden die Geflohenen in Dänemark kontrolliert, müssen sie in Dänemark um Asyl bitten und in die zentrale Einrichtung nach Kopenhagen. Eine Weiterreise nach Schweden ist in diesem Fall nicht mehr möglich. Fünf große dänische Reisebusse standen deshalb gestern Nachmittag zunächst leer auf dem Bahnhofsvorplatz: „Damit bekämen wir allein 250 Flüchtlinge Richtung Schweden“, erklärte ein Vertreter der Berufsfeuerwehr. Wer Tickets habe, könne reisen. Die Behörden auf deutscher Seite hätten keine anderen Informationen. „Wir raten jetzt gar nichts mehr“, sagt Daniela Weickert-Thümmel, eine der Sprecherinnen des Helfernetzwerks aus Ehrenamtlichen, die ihre Informationen mit Helfern in Hamburg, den Häfen Kiel und Rostock sowie Kopenhagen und dem schwedischen Malmö auf der anderen Seite des Öresund austauschen.

Unbestätigt blieb zunächst die Information, dass auf dänischer Seite erneut stichprobenartig kontrolliert werde. Ein Bus mit Geflohenen mit dem Ziel Schweden soll am Nachmittag herausgewunken worden sein.

Nachdem in den vergangenen Nächten jeweils zwischen 100 und 200 Flüchtlingen in Flensburger Turnhallen übernachtet hatten, wurden für die Nacht zu heute auch höhere Unterbringungszahlen nicht ausgeschlossen.

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