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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 06:29 Uhr

LTO kommt : Durchbruch für den Tourismus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburg beschließt als letzte Kommune an der inneren Förde die Gründung einer gemeinsamen Vermarktungsorganisation

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 07:31 Uhr

Am Ende war der Beschluss nur noch Formsache. Als letzte von vier Gebietskörperschaften hat Flensburg gestern den Grundsatzbeschluss zur Gründung einer Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) gefasst – die eigentlich eine regionale ist, denn außer der Fördestadt sind Harrislee, Glücksburg und das Amt Langballig dabei. Die LTO soll am 1. Januar 2015 ihren Betrieb aufnehmen, der Geschäftsführer oder die Geschäftsführerin schon ein halbes Jahr vorher.

Es war ein langer Weg bis hierhin. Die LTO-Gründung stand schon vor fünf Jahren auf der Agenda. Damals hieß es, sie könne Anfang 2011 ihre Arbeit aufnehmen. Doch die von viel Misstrauen geprägte Diskussion erforderte immer wieder neue Zwischenschritte und Vertagungen; Glücksburg trat erst in diesem Jahr dem Gründungsprozess bei.

Die Rollenverteilung in der neuen Organisation ist klar: Harrislee und Langballig sind die Juniorpartner, Flensburg und Glücksburg die Hauptakteure. Am Jahresbudget in Höhe von 630 000 Euro ist Flensburg mit 307 000 beteiligt; das entspricht 49 Prozent. Glücksburg liegt mit 29 0000 knapp darunter. Harrislee und Langballig sind mit vergleichsweise geringen Beträgen (13 000 bzw. 20 000 Euro) dabei. Die Frage der finanziellen Ausstattung der neuen LTO sei der „Schlüssel der Einigung“ gewesen, sagte gestern im Hauptausschuss Peter Schroeders, Leiter des auch für Tourismus zuständigen Fachbereichs Entwicklung und Innovation.

Beschlossen wurde auch, dass die neue LTO, die für die touristische Vermarktung der als „Flensburg Fjord“ bezeichneten Region zuständig ist, die Form einer GmbH mit Aufsichtsrat und Marketingbeirat haben soll. Die Stelle des Geschäftsführers wird Anfang des Jahres ausgeschrieben; die Auswahl trifft ein Kooperationsbeirat, dessen Vorsitzender der CDU-Ratsherr Thomas Dethleffsen ist. Damit wird es nicht zu einem Wettbewerb zwischen den beiden großen Tourismus-Organisationen FFT (Flensburg) und GLC (Glücksburg) kommen.

Als „Riesenerfolg“ wertete der CDU-Fraktionschef Frank Markus Döring die letztlich erzielte Einigung. Nach teilweise „grauenvollen“ Diskussionen in den Vorjahren sei zuletzt viel Vertrauen aufgebaut worden. „Kleine Schönheitsfehler“, die die WiF-Fraktionsvorsitzende Erika Vollmer in der Einigung sah, könnten in der Zukunft noch beseitigt werden.

Denn die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Jetzt müssen im Detail die genauen Aufgaben der kommenden Organisation ausgearbeitet werden. Grundlage hierfür ist der umfangreiche Businessplan, der gestern mit beschlossen wurde. Wesentliche Bestandteile sind die Etablierung der gemeinsamen Dachmarke „Flensburg Fjord“, die wechselseitige Buchbarkeit und die Herausgabe eines gemeinsamen Urlaubsmagazin, spätestens ab 2015.

Für Dirk Nicolaisen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg und für Tourismus zuständig, sind die jetzt kompletten Beschlüsse zur LTO ein „Durchbruch“. Er erinnerte daran, dass die Förderung touristischer Infrastrukturprojekte durch das Land an die Bildung einer LTO geknüpft ist. Wichtig sei die einheitliche Vermarktung der Region: „Es interessierte den Urlauber nicht die Bohne, ob er auf dem Weg von Harrislee nach Langballig Kreis- oder Gemeindegrenzen überschreitet.“

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