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Casting auf dem Südermarkt : DSDS – Der Traum vom Superstar

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Donnerstag stehen die Flensburger Schlange – beim DSDS-Casting wollen sie sich in die nächste Runde singen.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 18:03 Uhr

Flensburg | Satte 205 PS rollen auf den Südermarkt. Schnell ist das riesige, 15 Meter lange Fahrzeug von einer Menschentraube umlagert. Es ist kein gewöhnlicher Truck. Nicht nur, weil er mit Dachterrasse, Whirlpool und einer großzügigen Lounge mit feinen, weißen Ledersitzen ausgestattet ist. Es ist die Aufschrift, die Neugierde weckt: „Deutschland sucht den Superstar“ prangt dort in dicken Lettern.

Wer jetzt eine Show mit Dieter Bohlen und Co. erwartet, wird jedoch enttäuscht. Denn der Truck macht auf seiner Castingtour für die zwölfte Staffel zum ersten Mal Station in Flensburg – ohne Prominenz und flotten Sprüchen. Gesungen wird nicht im öffentlichen Raum, sondern hinter verschlossener Tür. Eisern ist die 15-köpfige Crew darauf bedacht, dass die wachsende Menge auf Abstand gehalten wird. „Sonst läuft das hier aus dem Ruder“, sagt einer von der Securitiy. Nur die Kandidaten dürfen in den gut abgeschirmten Bereich schlüpfen, nachdem ihre Personalien erfasst worden sind.

Wie Kira Seemann, 17 Jahre jung. Sie hat über eine Facebook-Gruppe von dem Casting erfahren. „Als ich heute Morgen aus dem Bett stieg, war klar: Ich geh da mal hin“, erklärt sie. Kira wirkt ein wenig angespannt. Sie sucht derzeit einen Ausbildungsplatz. Aber vielleicht klappt es ja mit der Gesangskarriere. Es muss ja nicht gleich die Siegprämie von einer halben Million Euro und ein Plattenvertrag sein. Eine der ausgelobten Reisen an exotische Traumstrände tut es auch, zur Not.

Das findet auch Charleen Jensen. Sie gehört zu den durchschnittlich über 30.000 DSDS-Kandidaten jährlich, die vom großen Durchbruch träumen. Die 19-Jährige will sich vor den beiden Musikredakteuren, die in Flensburg die Auslese treffen, mit einem Song von Miley Cirus präsentieren. Ihre Stimme versuchte Charleen bislang bei Karaoke und dem Spiel „SingStar“ zu formen. Die Ausbildung als Bäckereifachverkäuferin hat sie abbrechen müssen – Getreideallergie.

Niko Anders (21) will über das Jugendaufbauwerk in der Arbeitswelt Fuß fassen. Nun aber will er erstmal singen. Nervös zieht er an seiner Zigarette. Als seine Schwester heiratete, erhob er erstmals seine Stimme. „Die Leute haben geklatscht“, freut er sich. Aber ob es heute reichen wird zum Popstar?

Xenia hat Verstärkung mitgebracht. Die 21-Jährige trägt ihren Sohn Joel auf dem Arm, vier Monate alt. Ihre Chefin im Friseursalon hat sie ermutigt, mitzumachen. Sie zögerte nicht und übte „Atemlos“ von Helene Fischer ein. Doch es gab kein Weiterkommen in die nächste Runde, dem Jury-Workshop – so viel darf man verraten. Daria und Sara Jankowska dagegen strahlen schon mal vorab. Die Schwestern aus Grundhof haben sich spontan entschieden, dabei zu sein. Nur wenige haben sich über das Internet angemeldet. Wie viele insgesamt in der Fördestadt gecastet werden, will RTL nicht verraten. Auch über Anzahl und Namen der Juroren neben Bohlen herrscht Stillschweigen.

Derweil verlässt Charleen den Truck. Mit hängendem Kopf. „Ich war zu aufgeregt, hatte einen Kloß im Hals.“ Aber sie dürfe gerne wiederkommen. Doch erstmal ist er ausgeträumt – der Traum von Geld, Vertrag und Südseestrand.

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