Dritte Amtszeit für Helmut Trost

Zwei bekannte und ein neues Gesicht im Flensburger SPD-Vorstand:  Johannes Schmidt (li.) mit Helmut Trost und Simone Lange. Foto: bph
Zwei bekannte und ein neues Gesicht im Flensburger SPD-Vorstand: Johannes Schmidt (li.) mit Helmut Trost und Simone Lange. Foto: bph

SPD-Kreisparteitag mit Wahlen und Berichten / Fortsetzung am 1. März mit Thesenpapier des neuen Vorstandsmitglieds Johannes Schmidt

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20. Februar 2012, 08:22 Uhr

FLENSBURG | Da hatte sich die Flensburger SPD wohl zu viel vorgenommen: Nach einem siebenstündigen Sitzungsmarathon mit Vorstandswahlen, Berichten und Referaten wurde der Kreisparteitag am Sonnabend am späten Nachmittag unterbrochen. Er soll am Donnerstag, 1. März, fortgesetzt werden - dann mit dem Themenschwerpunkt Kulturpolitik. "Dieses Thema ist uns zu wichtig, um es unter Zeitdruck abzuhandeln", unterstrich Helmut Trost, der seit 2007 an der Spitze des Kreisverbandes steht und in seinem Amt für zwei weitere Jahre bestätigt wurde. "Das wird aber meine dritte und letzte Amtszeit als Kreisvorsitzender sein", erklärte der 58 Jahre alte Bürgermeister a.D., der zugleich der SPD-Ratsfraktion vorsteht.

Den von 44 Delegierten und weiteren Parteimitgliedern besuchten Kreisparteitag bezeichnete Helmut Trost in seinen Begrüßungsworten als eine weitere Station auf dem Weg, "der zum Wahlsieg der Sozialdemokraten am 6. Mai führen wird". Die SPD habe sich ausgezeichnete Chancen erarbeitet, in Kiel zur Regierungspartei zu werden - auch mit Hilfe der Flensburger SPD und der örtlichen Direktkandidatin Simone Lange. Die Kriminalbeamtin und Ratsfrau habe, wie sie berichtete, bei ihren bisherigen 1000 Hausbesuchen und 100 Besuchen bei Verbänden und Vereinen sehr viel Zustimmung erfahren, so dass sie zuversichtlich sei, den Flensburger Landtagswahlkreis für die SPD zurück erobern zu können.

Auch der SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner geht davon aus, dass seine Partei nach den kommenden Landtagswahlen am 6. Mai in Kiel Regierungsverantwortung übernehmen und damit einen Politikwechsel im Lande herbeiführen wird. Mit Blick auf den Wahlkampf sagte er als Gastredner auf dem Parteitag: "Wir werden dem Wähler nur sehr wenig versprechen, aber das, was wir versprechen, werden wir auch einlösen." Dreh- und Angelpunkt einer zukunftsorientierten Politik sei die Bildung. Sie sei die Grundlage von Fortschritt und Wohlstand. Der schwarz-gelben Landesregierung warf er vor, in der Bildungspolitik ein wahres Chaos angerichtet zu haben.

In seinem Rechenschaftsbericht für die Jahre 2010 bis 2012 erinnerte Helmut Trost an die - wie er sagte - für die SPD schmerzvolle Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl. Inzwischen habe sich die Flensburger SPD politisch stabilisiert und gezeigt, dass sie in der Lage sei, gute und inhaltlich überzeugende Arbeit zu leisten, was auch außerhalb der Partei Anerkennung finde. Als Beispiele nannte der Kreisvorsitzende die Klima- und Energiepolitik, die Stadtentwicklung und die Kinder- und Jugendpolitik. Neu und umfangreicher seien auch die Mitwirkungsformen geworden - für Bürger ebenso wie innerparteilich. "Demokratiesommer", Mitgliederbefragungen, Runde Tische und Konferenzen, Termine vor Ort und eigene Kultur- und Bildungsangebote prägten das Bild der Flensburger SPD.

Dem SPD-Kreisverband Flensburg gehörten derzeit 333 Mitglieder an, die sich in fünf Ortsvereinen organisieren: Flensburg-Nord (54 Mitglieder), Flensburg-Mürwik (76), Adelby/Engelsby (66), Flensburger Mitte (108) und Flensburg-Süd (29). Im Jahr 2011 konnten 28 Neumitglieder begrüßt werden. Die Zahl der Neueintritte ist damit höher als die der Austritte. Dennoch musste Trost in dieser Beziehung eine leicht negative Bilanz ziehen: "Die Altersstruktur ist dafür verantwortlich, dass wir kein wachsender Kreisverband sind."

Mit den Wahlen am Sonnabend wurde eine Verjüngung des Kreisvorstandes eingeleitet. An der Seite des mit einer Quote von 71 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählten Kreisvorsitzenden Helmut Trost stehen als seine Stellvertreter die 35 Jahre alte Simone Lange (Wiederwahl) und der 30-jährige Student Johannes Schmidt (Neuwahl). Komplettiert wird der neue Kreisvorstand durch Schatzmeister Stephan Kienaß (Wiederwahl), Schriftführer Arne Gräflingschulte (Neuwahl) und acht Beisitzer.

Johannes Schmidt ist der Autor des 13-seitigen Thesenpapers "Für eine Kultur der Teilhabe und des Dialogs", in dem die kulturpolitischen Ziele der Flensburger SPD festgeschrieben werden sollen. Aus Zeitgründen konnte sich der Parteitag aber nicht damit befassen. Es soll im Mittelpunkt der Beratungen im zweiten Teil des Kreisparteitages am 1. März stehen.

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