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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 11:12 Uhr

Dreiste Diebe plündern Tannenbaum-Depots

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mindestens 40 Nordmann-Tannen im Laufe der letzten Woche am Nordkreuz und an der Marienallee entwendet

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 08:20 Uhr

Das Geschäft blüht. Seit acht Jahren verkauft Bernd Wegner zusammen mit einem Kompagnon Tannenbäume in Nordfriesland. Er schöpft aus einem riesigen Depot in Süderlügum, in dem annähernd 5000 Bäume lagern.

Nun ist er das erste Mal in Flensburg präsent – und schon wird er bestohlen. Zu nächtlicher Stunde müssen die Täter über den mit Kabelbinder fixierten Bauzaun geklettert sein – sie entkamen unerkannt, mehrere Nordmann-Tannen im Gepäck.

In Niebüll oder Leck hat Bernd Wegner so etwas nicht einmal annähernd erlebt. Dabei erwies sich der Sky-Markt an der Marienallee, wo er einen 50 Quadratmeter großen Verkaufsstand unterhält, für ihn als zunächst gutes Pflaster. 300 Normann-Tannen – stolze Nordmanntannen aus Dänemark, versteht sich – brachte er innerhalb einer Woche an den Mann.

Nun wurde der Bestand in der Nacht zu Donnerstag dezimiert. „Ich kann nicht einmal genau sagen, wie viele verschwunden sind“, meint der 56-Jährige. „Vielleicht zehn, vielleicht mehr?“ Es waren allein drei groß gewachsene Tannen dabei, die bereits reserviert und bezahlt worden waren.

Hätte Bernd Wegner sich schlau gemacht, wäre er gewarnt gewesen. Denn in der Nacht zuvor verschafften sich ebenfalls Unbekannte Zutritt zum umzäunten Gelände auf dem Parkplatz Lornsendamm / Nordkreuz und entwendeten über zehn Tannenbäume, die hier zum Verkauf bereit lagen. In der Nacht zu Sonnabend schlugen Diebe an gleicher Stelle nochmals zu: Über 20 Tannenbäume wanderten diesmal über den Zaun.

Der 52-jährige Verkäufer erstattete in beiden Fällen Anzeige beim 1. Polizeirevier. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Falls des Diebstahls eingeleitet“, sagt Polizeisprecher Matthias Glamann. Es entstand insgesamt ein Sachschaden in Höhe von über 1000 Euro.

„So kurz vor Weihnachten ist das Geld eben knapp“, sagt Bernd Wegner mit einem Hauch Fatalismus. Er weiß natürlich, dass die Nordmann-Tanne an sich nicht billig ist. 35 Euro zahlt man für ein Exemplar, das zwischen zwei und 2,50 Meter hoch ist. „Allerdings“, gibt er zu bedenken, „habe ich schon vor über 20 Jahren 50 Mark für einen vergleichbaren Baum gezahlt.

Das Geld ist knapp, und der Respekt vor fremdem Eigentum geht gen Null. Das zeigt auch der Diebstahl eines bereits mit Lichterketten geschmückten Weihnachtsbaumes vor dem Haus einer 79-Jährigen in der Ostlandstraße. Der Vorfall passierte Mitte letzter Woche. Die im Mehrfamilienhaus lebende Rentnerin hatte den etwa 1,50 Meter hohen Baum mit Wurzelballen kurz zuvor erworben und auf ihrer kleinen Terrasse aufgestellt.

Will Bernd Wegner nun Sicherungsmaßnahmen ergreifen, um vor weiteren Übergriffen sicher zu sein? „Nein“, sagt der Verkäufer, „das lässt sich in der Nacht kaum kontrollieren. Ich kann nur an die Ehrlichkeit der Leute appellieren.“

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