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Städtepartnerschaft : Dreisprachige Park-Einweihung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Fruerlund gibt es jetzt einen nagelneuen Słupsk-Park / Besucher aus Polen und England betonen Bedeutung der Städtepartnerschaft

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2014 | 12:25 Uhr

Trotz Lautsprecheranlage war die Verständigung schwierig. Das lag nicht an den drei Sprachen, die im Festzelt gesprochen wurden, sondern an dem Regen, der mit gnadenloser Ergiebigkeit minutenlang auf das Zeltdach prasselte. Seit gestern heißt der neue Stadtteil-Park in Fruerlund offiziell Słupsk-Park – wenn auch mit einem deutschen l geschrieben statt mit dem polnischen ł, wodurch die Stadt in Hinterpommern eigentlich „Swupsk“ ausgesprochen wird.

Als Vertreterin der Stadtverwaltung betonte Agnieszka Nowak, dass die Städtepartnerschaft mit Carlisle und Flensburg nach wie vor von großer Bedeutung für die Stadt sei. Als nur eine von drei polnischen Städten und 60 europaweit erhalte Słupsk in diesem Jahr einen europäischen Preis für die langjährige Pflege der Städtepartnerschaften. Ihre auf Polnisch gehaltene Ansprache wurde von Elisabeth Rosner perfekt ins Deutsche übertragen.

An diesem verregneten Dienstagmorgen ging es um den neuen Stadtteilpark, aber auch um die Bedeutung der Städtepartnerschaft und letztlich auch um die Geschichte des Stadtteils, der in den vergangenen Jahren sein Gesicht stark verändert hat. Die Verbindung zu Słupsk, das auf Deutsch Stolp heißt, wurde von den Namensgebern nicht zuletzt mit der Geschichte des Stadtteils begründet. Hieran erinnerte Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar: Von den 106 000 Einwohnern, die Flensburg 1948 hatte, waren 36 Prozent Flüchtlinge und Vertriebene. „Das war die Stunde von Willi Sander.“ Selbst Flüchtling aus Schlesien, gründete er den Selbsthilfebauverein, der in Fruerlund mit Hilfe des Barackenräumungsprogramms einen neuen Stadtteil aufbaute.

„Die Häuser waren auf eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt“, sagte Helmut Pagel, Geschäftsführer der Flensburger Sanierungsgesellschaft, die seitens der Stadt für den Umbau des Stadtteils verantwortlich zeichnet. Sie wurden aber am Ende doppelt so lange genutzt – bis ihre Zeit vorbei war. Sechs Millionen Euro an öffentlichen Mitteln seien in das Stadtumbau-Projekt geflossen, davon eine für den Park. „Wir hoffen“, so Pagel, „dass er gut angenommen wird.“ Ob die 15 Regenschirme, die Pagel in weiser Voraussicht für die Stadtteil-Führung durch seine Mitarbeiterin Stefanie Hagen mitgebracht hatte, ausreichten, ist nicht bekannt.

Mit Humor kommentierte Colin Glover, Krätzschmars Pendant im nordenglischen Carlisle, das Flensburger Wetter: „Liquid Sunshine“, flüssiger Sonnenschein, nannte er den Dauerregen. Auch in Carlisle werde die Städtepartnerschaft immer noch gelebt; fünf Erwachsene und eine Gruppe Jugendlicher sind derzeit zu Gast in Flensburg. Durch den Austausch könne man viel über Gemeinsamkeiten, aber auch über Unterschiede der Menschen in den drei Ländern lernen, so Glover.

Swetlana Krätzschmar erinnerte auch an die kriegerischen Auseinandersetzungen in Gaza, Syrien, in der östlichen Ukraine und in Afrika; „umso wichtiger ist es, ein Zeichen der Völkerverständigung zu setzen“, sagte sie mit Blick auf das aktuelle Partnerschaftstreffen.

Der Park, der von den Landschaftsarchitekten Kessler-Krämer entworfen wurde, soll neuer Treffpunkt für Begegnungen zwischen Menschen jeden Alters werden. „Ich bin begeistert, wie gut der tolle neue Spielplatz jetzt schon angenommen wird“, sagte SBV-Vorstandschef Raimund Dankowski.

 

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