Campus-Triathlon : Dreikampf gegen sich selbst

Universität als Kulisse: Beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf zog sich das Läuferfeld bereits weit auseinander.
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Universität als Kulisse: Beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf zog sich das Läuferfeld bereits weit auseinander.

Beim 1. Flensburger Campus-Triathlon kann jeder seine Grenzen testen – vom Halbprofi bis zum absoluten Hobbysportler.

Carlo Jolly. von
04. Mai 2015, 12:00 Uhr

Flensburg | Er hat das Zeug dazu, der kleine Bruder des Glücksburger Ostseeman zu werden: Bei blauem Himmel, reichlich Wind und am Vormittag noch recht kühlen Temperaturen haben gestern mehr als 300 Aktive die Strecke des 1. Flensburger Campus-Triathlon getestet. Mit 500 Metern Schwimmen, 22 Kilometern Radfahren und fünf Kilometer Laufen haben die Veranstalter für die Hauptstrecken bewusst Distanzen ausgesucht, die selbst Anfängern den Einstieg und besseren Gelegenheitsradlern den Test am eigenen Leib ermöglichen.

Also, warum nicht selbst probieren? Als technisch minderbemittelter Schwimmer lieber gleich mit Brust statt Kraul in der Startdisziplin auf Sicherheitskurs. Als die schöne lange 50-Meter-Bahn im Campusbad siebenmal bezwungen ist, überholt der erste Krauler. Positive Erkenntnis: Nach 500 Metern klappt der Weg zum Rad in der Wechselzone auf dem Campusbad-Parkplatz noch taumelfrei. Allerdings passiert noch der eine oder andere Wettbewerber, da echte Triathleten Spezialkleidung tragen und keine Badehose wechseln müssen. Die Wechselzone ist also ein Raum, in dem es noch nichts zu gewinnen, aber wertvolle Zeit zu verlieren gibt, bevor Helm, Brille, Schuhe und Startnummer richtig sitzen. Wer ein nicht ganz neues, wettkampftaugliches Rennrad leihen muss, sollte darauf achten, dass beim Abschlusstraining keine Speiche bricht.

Zur Not findet sich der Hobby-Triathlet eben mit seinem Tourenrad auf der Osttangente wieder, wo bei tüchtigem Südwind die Rennradhaltung schon die Position der Wahl wäre. Wer die Osttangente zwischen Eckernförder Landstraße und Adelbylund nur als Autofahrer kennt, mag es kaum merken. Aber hinter Uni und Munketoft geht es reichlich auf und ab – so dass man sich bei vier Runden à 5,5 Kilometern die Kräfte gut einteilen muss, um nicht beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf zum unfreiwilligen Spaziergänger zu werden.

Auch die grüne Runde über den Campus, die die Läuferinnen und Läufern zweimal absolvierten, ist mit zahlreichen Aufs und Abs nicht reine Idylle. Und das Bein ist – im Vergleich zu sechs Trainingseinheiten auf dem gleichen Gelände – nach Schwimmen und den Radrunden schon unerfreulich schwer. Da helfen die Anfeuerungsrufe der Zuschauer und Posten an der Strecke.

Einer hat den letzten Akt des Dreiteilers zwischen Uni, Flens-Arena und Campusteichen schon nicht mehr miterlebt: Bürgermeister Henning Brüggemann war, wie angekündigt, als Vorsitzender des Klimapakts am Start. Vor fünf Jahren hatte der begeisterte Radfahrer schon mal bei der Ostseeman-Staffel den Radler-Part übernommen. Gestern war für den Bürgermeister nach Schwimmen und Radeln Schluss: „Das wird für mich heute nur ein Duathlon.“ Wegen einer Sehnenscheidenentzündung war für Brüggemann nach dem Radfahren Schluss.“

Die Bilanz der Veranstalter ist positiv: „Das Reizvolle ist, dass vom Halbprofi bis zum absoluten Hobbysportler jeder mitmachen kann“, sagt Andreas Oeding vom Klimapakt. Ganz nebenbei belegte der Klimapakt-Sprecher Platz 25 unter 75 Startern im Jedermann-Wettbewerb. Die Strategie der Campus-Triathlon-Erfinder um Veranstalter Triple-Events lässt sich schon an den Teilnehmerjahrgängen ablesen – von 1941 bis 2008 (im „Kids-Triathlon“) ist alles vertreten. Ludwig Kiefer von Triple-Events schwärmt vor allem von den Strecken: „Die Laufstrecke ist super und grün – und es gibt nirgendwo Anwohner, die gerade aus der Ausfahrt kommen.“

Bericht im Sportteil folgt

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