zur Navigation springen

Kunst in Flensburg : Dreifaches Farbenspiel gegen das Grau des Winters

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Thomas Messerschmidt zeigt Bilder von Meike Lipp, Tobias Duwe und Hermann Reimer

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Der Kontrast fällt sofort ins Auge, wenn man die intimen Räumlichkeiten direkt am Hafen betritt: draußen ein relativ gleichförmiges Grau aus Himmel, Luft und Wasser, drinnen ein wogendes Meer aus Farben. Drei norddeutsche Maler hat Thomas Messerschmidt eingeladen, ihre Bilder in Flensburg zu zeigen, von denen bei einigen offenbar die Farbe erst nach der Hängung endgültig getrocknet ist – so neu und aktuell sind sie.

Alle drei Künstler, die altersmäßig dicht beieinander liegen, gehören zu den Realisten. Dabei zeigt die Hamburgerin Meike Lipp deutliche Anklänge ans Expressive und zeigt Mut zu satten Farben und starken Kontrasten, auch zum kräftigen Pinselstrich. Die Sonntagsspaziergänger am Elbestrand hat sie mit ganz wenigen Strichen treffsicher auf die Leinwand gebracht; gleiches gilt für die mächtigen Kräne im Hintergrund. Flensburger Betrachter dürfen gern ihre Ortskenntnis bei Meike Lipps Bild eines typischen Altstadt-Hinterhofs unter Beweis stellen. Wo mag das wohl sein?

Den etwas jüngeren Tobias Duwe kennt Meike Lipp schon viele Jahre – schließlich hat sie bei Tobias’ Vater Harald Duwe einst studiert. Sein „Opus magnum“ dieser Ausstellung steht in komplettem Gegensatz zu nahezu allen anderen Bildern. Es zeigt den Alltag der Propellergießerei Piening in vielen Details, so dass man sich schon fast verlieren kann im Detailreichtum. Duwe hat auch Schweißer bei der Arbeit gemalt und einen Operationssaal – dieses Bild ist allerdings hier nicht zu sehen. Dass Duwe es auch ganz anders kann, zeigen seine fast schon „braven“ Stillleben, zum Beispiel mit Quitten.

Der in Münster geborene Berliner Hermann Reimer legt in dieser Ausstellung den Schwerpunkt auf fein komponierte Waldbilder mit ganz intensiven Lichtstimmungen; Reimer setzt dem satten Grün ein mutiges Rosa an die Seite, das aber als Teil des Licht-Schatten-Spiels tatsächlich funktioniert. Und seine Nordsee-Bilder mit Badenden erinnern deutlich an die Skagen-Maler mit ähnlichen Motiven.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen