Kongelig Classic von 1855 : Drei-Städte-Regatta in schwerer See

 „Auftakt der Kongelig Classic 2012:  Zur Einstimmung singt der  Apenrader Shanty-Chor.
„Auftakt der Kongelig Classic 2012: Zur Einstimmung singt der Apenrader Shanty-Chor.

Sponsoren gesucht: Die deutsch-dänische Kongelig Classic muss ab 2015 ohne EU-Förderung auskommen.

shz.de von
24. Juli 2014, 08:00 Uhr

Ist das deutsch-dänische Drei-Städte-Projekt Kongelig Classic 1855 am Ende? Am 28. August startet das viertägige Kulturfest rund ums traditionelle Segeln zum letzten Mal als Projekt mit europäischer Förderung. Nach der ursprünglichen Planung sollte die vom Historischen Hafen Flensburg initiierte Veranstaltung nach dem finanziell kräftigen EU-Anschubser – es flossen über drei Jahre über 800 000 Euro – auf eigenen Beinen stehen. Doch Martin Schulz, Geschäftsführer des Flensburger Museumshafens und Projektverantwortlicher für die KC 1855, ist skeptisch. „Ab 2015 bräuchten wir einen Sponsor. Aber den haben wir nicht.“

Drei Häfen, 100 Schiffe und eine gemeinsame maritime Kultur – mit dieser Aufstellung war die Kongelig Classic vor drei Jahren im Kielwasser der ersten bekannten Regatta in der westlichen Ostsee gestartet, die am 6. September 1855 unter der Schirmherrschaft des dänischen Königs Frederik VII. veranstaltet worden war. Die Kongelig Classic verbindet die Städte Flensburg, Sonderburg und Apenrade nicht nur mit Schiffen, sondern auch mit einem Traditions-orientierten Kulturprogramm, das in den vergangenen drei Jahren in den drei Hafenstädten Tausende mobilisierte. Der Historische Hafen Flensburg fungiert in diesem Gemeinschaftsprojekt als Dienstleister – ein funktionierendes, attraktives Konzept, findet nicht nur Martin Schulz.

Apenrades Tourismus-Chef Michael Hansen sieht in seiner Bilanz tolle Effekte für die beiden dänischen Partner. Die Stadt am Ende des Apenrader Fjords war zum Auftakt 2012 am 31. August Zielhafen der Seglertournee, während Sonderburg am Eingang des Alsen Sund aus geografischen Gründen stets „nur“ Durchgangshafen war. Anders als sein deutscher Mitstreiter Martin Schulz ist Michael Hansen sehr zuversichtlich, dass es auch 2015 und darüber hinaus die Kongelig Classic geben wird. „Das wirtschaftliche Umfeld ist viel besser als noch vor zwei Jahren. Ich schätze die Voraussetzungen als sehr gut ein, die KC 1855 künftig über Sponsoring zu finanzieren.“ Was es vordringlich braucht, seien klare Absichtserklärungen der drei Städte.

Eine ist schon da. Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber macht sich eindeutig für die Fortsetzung des deutsch-dänischen Projektes stark. Ob Flensburg allerdings wie die dänischen Partner weiterhin seinen Anteil von jährlich 20 000 Euro beisteuert, lässt Fabers Sprecher Clemens Teschendorf offen. „Wir werden im Herbst mit einem Vorschlag kommen“, kündigt er an.

Auch im Historischen Hafen richtet man sich auf die Zeit nach Brüssel ein. „Wir haben dank der Förderung viele Strukturen geschaffen, auf die wir auch in Zukunft zurückgreifen können“, sagt Schulz. Will heißen: Künftige Veranstaltungen werden mit deutlich weniger finanziellem und personellem Einsatz zu stemmen sein. Nicht zu unterschätzen sei auch, dass die Segler-Szene die Tournee zu schätzen gelernt habe. „Wir präsentieren in den Häfen keine alten Gurken, sondern wirkliche Qualität“, betont Schulz. Und die könnte sich am Ende durchsetzen. Michael Hansen in Apenrade bittet nur um etwas Geduld. „Ein Sponsorenkonzept wird es geben – aber das brauchen wir erst 2015. Jetzt feiern wir erst einmal in Ruhe die Kongelig Classic 2014.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen